Verlauf und Symptome der Abdominalgravidität. 329
der spontan entstandenen Fäulniss die Darmadhäsionen. Das ist aberdurchaus hypothetisch. In dem Fall Muratow z. B. ist keine Redevon Darmadhäsionen und trotzdem war spontane Jauchung der ab-gestorbenen Frucht und des Eiinhaltes eingetreten.
Wir haben in zweiter Linie als Verlauf der abdominellen Extra-uteringravidität die faulige Zersetzung des Fruchtsackes unddes Fötus zu erwähnen. Dies kommt viel häufiger vor als dieSteinkindbildung und bringt das mütterliche Leben in die grösste Gefahr.
Es bietet jeder Jaucheherd innerhalb der Bauchhöhle eine grosseLebensgefahr — der extrauterine Fruchtsack gewiss aber die grösste.Denn wenn sich je ein Durchbruch bildet, so kann er nicht zur Ent-fernung des gesammten Inhaltes führen. Die Knochen des Fötus könnengewöhnlich nicht durch die von selbst entstehenden Perforationsöffnungenabgehen und unterhalten deswegen eine chronische Eiterung, der sehrviele Kranke erliegen.
Die Heilung kommt dadurch zu Stande, dass das Kind in kleinsteTheile zerfällt und oft in langen Intervallen ein Knochen nach demanderen durch die Perforationsöffnung abgeht (meist durch Mastdarmund Blase).
Die vollständige Auflösung des Kindes in Eiter ist in den erstenMonaten sicher zu erwarten, gegen Ende der Schwangerschaft nichtmehr. Deswegen kann das Absterben in früherer Zeit vollständigeHeilung bringen, in den späteren Monaten wegen der solideren Knochenschwieriger.
Die Diagnose der Abdominalschwangerschaft wird nach den-selben Grundsätzen gestellt, die wir schon bei der tubaren erwähnthaben. Zunächst müssen die sämmtlichen Zeichen der Schwangerschaftgegeben und dabei der Uterus klein und leer sein (Sondirung).
Liegt das Kind in der Bauchhöhle und wächst es über denfünften Monat hinaus, so wird es durch die Bauchdecken auffallenddeutlich gefühlt, und man hört die fötalen Herztöne. In dieser Zeitder Schwangerschaft ist die genaue Diagnose bequem. Stirbt der Fötusnach einigen Monaten ab, so verkleinert sich der Tumor durch Abgabevon Flüssigkeit und die Kindestheile sind nicht mehr durchzufühlen.Bei einem solchen Befund hat man die grössten Schwierigkeiten.
Therapie. Wenn die Diagnose während des Wachsens gestelltwird, wenn man besonders begünstigt ist, Fluctuation durchzufühlen,so ist es geboten, den Fruchtsack zu punctiren und zwar von derStelle aus, von der man ihn am besten erreichen kann. Durch dieEntleerung des Fruchtwassers wird die Weiterentwicklung unterbrochen,um den kleinen Fötus kann sich leichter eine Abkapselung bilden undfalls es doch zur Eiterung kommt, handelt es sich noch um kleine Kno-chen, die eher zerfallen und eher durch Perforationsöffnungen abgehen.
Trifft man eine Frau mit Extrauteringravidität in späterer Zeitan, bei der das Kind lebt, so ist die Entscheidung für den einzuschla-genden Weg recht schwierig, Die Punction ist bei dem grösserenKinde contraindicirt, und die Laparotomie hat bei lebendem Kind nur