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Lehrbuch der Geburtshülfe für Ärzte und Studierende
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Ovarialgravidität.

zur leichteren Orientirung über die anatomischen Unterschiede. Von besondererBedeutung ist der Abgang des Lig. rotundum auf der lateralen, dem Uterus ab-gewendeten Seite der Geschwulst.

Fig. 128.

Schwangerschaft n einem rudimentär entwickelten, gegen die Scheide verschlossenen Hörn, Mittedes 4. Monats. Section von Prof. v. Hofmann. Halbe Grösse, 19jähriges Mädchen, starb ca.6 Stunden nach Bersten des Fruchthalters. Im Leben war Schwangerschaftsverdacht und sollenAbortusversuche gemacht worden sein. Cd Rechtes, geschwängertes und geborstenes Hörn. OdTd Lrd Rechtes Ovarium, Tuba und Lig. rot. Cs Linkes Hörn. Os Ts Lrs Linkes Ovarium,Tuba und Lig. rot. Ves Harnblase. Vg Vagina. P Feste Haftstelle des Peritoneum, von danach aufwärts Decidua. Oe Ost. ext. (Nach Bandl.)

Die Eierstocksschwangerschaft (Gr. ovarica).

Zum Zustandekommen dieser Abnormität muss das Ei unmittelbarin dem Graafschen Follikel befruchtet werden. Derselbe kann sichüber dem befruchteten Ei schliessen, die Placentaranlage also inmittendes Ovarialstromas liegen. Wo der Graafsche Follikel sich nichtschliesst, sondern das Ei während seiner Entwicklung an die Ober-fläche des Ovariums herauswächst, muss es mit der abdominellenMündung der Tube und den zunächst liegenden Platten des Bauchfellesin Berührung kommen und dort verwachsen.

Klinisch sind die letzteren Fälle durchaus nicht zu unterscheidenvon einer Extrauterinschwangerschaft, bei welcher sich das Ei vonvornherein auf dem abdominellen Ende der Tube oder dem Bauchfelleingenistet hat. Auch die anatomische Untersuchung vermag in solchenFällen wegen der allseitigen Verwachsungen nur sehr schwer Auf-schluss zu ertheilen. Die Möglichkeit, dass der Graafsche Follikelsich wieder schliesse und also das Ei in einem ganz dem Ovarium an-