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Lehrbuch der Geburtshülfe für Ärzte und Studierende
Entstehung
Seite
304
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304 Anteversio uteri gravidi. Hängebauch.

Bei der Hypertrophie ist während der Schwangerschaft mitder Amputation nicht zu eilen, weil in zwei beobachteten Fällen einWiederabschwellen im Wochenbett eintrat.

Während der Geburt hat diese Hypertrophie schon Störungenund Hinderungen für den Austritt des Kindes gemacht (M. f. G.Bd. 21. p. 107).

Die Entstehung von Scheiden vorfallen wird durch die Schwel-lung der Schleimhaut und den Schwund des submucösen Fettgewebessehr begünstigt. Alltäglich sieht man das stark geschwellte Corpuscavernosum vestibuli in den Vorhof hereinragen und hinter ihm dievordere Scheidenwand wie ein von oben geblähtes Segel blasslivid sichvordrängen. Bestand ein Prolapsus uteri schon vor dem Eintritt einerSchwangerschaft, so treten beide Scheidenwände zwischen die Labienvor und veranlassen durch ihr lästiges Drängen und Spannen dieUebertreibung.

b) Anteversionen.

Nur ausnahmsweise können diese schädlich wirken. Bei noch wenigvorgeschrittener Schwangerschaft (Anfang des 3. Monats) will Ahl-feld die Einklemmung des anteflectirt daliegenden Uterus beobachtethaben.

In späterer Zeit ist eine Anteversion nur noch durch ausser-gewöhnliches Vordringen der Bauchdecken möglich. Diese letzterenmüssen schlaff und widerstandslos sein und der ganze Uterus vorn überdie Symphyse herunterhängen (Hängebauch). Die pathologische Vor-wärtsneigung der hochschwangeren Gebärmutter ist daran zu erkennen,dass über der Symphyse eine querlaufende Hautfalte durch den über-hängenden Fundus uteri entsteht.

Noch stärker werden die Verlagerungen nach vorn, wenn derUterus durch Auseinanderweichen der Musculi recti vor die Bauchhöhletritt (Eventration), oder aus einem Nabelbruch hervordrängt. Häufigersind zwischen Uteruswand und Nabelpforte Darmschlingen eingeklemmt,die unter den Wehen aufs äusserste gespannt und gedrückt werden.Wir sahen einen solchen Fall, der sehr bedrohlich aussah und dochgut verlief.

Der Hängebauch, der besonders da begünstigt ist, wo das Kindnicht in das Becken eintritt (enges Becken), macht für den Verlaufder Schwangerschaft wenig aus, wird aber der Frau sehr lästig. Ermuss durch zweckmässige Leibbinden gestützt und hoch gebundenwerden.

c) Hernien

des Uterus kommen sehr selten vor: dass Gravidität hinzukomme, js,tinoch seltener. Doch wurde dies schon bei Schenkel- und Inguinal-hernien beobachtet. In der Regel folgt darauf Abortus. Wo der Ab-gang nicht spontan eintritt, müsste zunächst Reposition versucht und