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Lehrbuch der Geburtshülfe für Ärzte und Studierende
Entstehung
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303
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Der Vorfall der schwangeren Gebärmutter. 303

v. Gangrän d. Blasenschleirnhaut. Haselberg: M. f. G. Bd. 33. p. 1. Depaul:Arch. Tocol. 1876. Jan. Martin, E.: Z. f. G. u. Frauenkrhtn. Bd. I. 1875. p. 1.Madurowicz, M. v.: Wiener med. Wochensobr. 1877. Nr. 51. 52. Zantl: lieberRetroflexio der Gebärmutter in den späteren Monaten. Volkmann's Samml. Min.Vortr. 1879. Nr. 170 enthält besonders ausführlieh Geschichte und Literatur.

Vedeler: Ref. C. f. G. 1881. p. 66. Kroner: C. f G. 1882. p. 785.Krukenberg: Gangrän der Harnblase bei R. ut. grav. A. f. G. Bd. XIX. S. 261.

Valenta: Memorabilien. 1883. Nr. 1. Hurry: St. Barfholomey's hospitalreports. Vol. 19. Ref. C. f. G. 1884. p. 318. Stille: Memorabilien. 1884. Heft 9.

Ueber Hernien:

Hall Davis: Obstetrie medicine. 1836. Bd. IL S. 912. Cazeaux: Traitedes acc. 7 ed. S. 728. Eisenhart: A. f. G. Bd. 26. p. 439. Der letztere gibteine geschichtliche Ueb ersieht.

a) Vorfall.

Ein Prolapsus uteri gravidi im eigentlichen Sinne kommtnicht vor; alle bisherigen Fälle haben sich als nicht richtig erwiesen.Man kann sich auch nicht denken, dass der vorgefallene Uterus einKind beherbergen und zur vollen Entwicklung bringen könne,während er die ganze Zeit vor den äusseren Geschlechtstheilenliegt. Alle bisher genannten Fälle haben sich als Uebertreibungenoder als Hypertrophien des Scheidentheiles entpuppt. Niemalswar ein Kindestheil in dem vorgefallenen Stück zu fühlen, es sei dennunter der Geburt gewesen. Auch in unsere Klinik ist vor 3 Jahreneine Kranke gekommen mit der Angabe, während der Schwangerschaftdie ganze Gebärmutter mit dem Kind vor den äusseren Geschlechts-theilen getragen zu haben. Ihre Angaben waren so bestimmt, dass sieleicht zu der Annahme verführen konnten, es sei ein Fall von Pro-lapsus uteri gravidi completus gewesen. Eine Nachfrage beim Arzt,der sie behandelt hatte, zeigte aber die unglaubliche Uebertreibung.Nichts weiter als ein starker Scheidenvorfall war vom Arzt gesehen undbehandelt worden.

In allen in der neueren Literatur beschriebenen Fällen war derFundus uteri oben im Abdomen nachzuweisen.

Dagegen war es wiederholt die Portio, vaginalis gewesen, welchedurch unförmliche rüsselartige Verlängerung bis in die äusseren Ge-schlechtstheile vortrat.

Die Erkennung des letzteren Zustandes ist einfach; man fühltja den Scheidengrund und den Ansatz der Portio vaginalis hoch obenim Becken.

Selbst diejenigen Uteri, welche vor einer Conception jahrelangvor den äusseren Genitalien gelegen hatten, ziehen sich während derSchwangerschaft in das Becken zurück. Nach dem 4. Monat hat derUterus bereits so zugenommen, dass er sich um seiner Grösse willenüber dem Beckeneingang erhält.

Die Behandlung besteht, falls keine Hypertrophie der Portiovaginalis gegeben ist, in der Reposition des Organs, nöthigenfalls in derApplication eines Scheidenpessars, um den Wiedervorfall zu vermeiden.