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Lehrbuch der Geburtshülfe für Ärzte und Studierende
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298 Die Missbildungen der Genitalien in ihrer Bedeutung zur Schwangerschaft.

welche nur den unteren Theil der beiden Collumhälften verband. Obenwar die paarige Gebärmutter getrennt und hatten die beiden Uterus-körper einen hohen Grad von Beweglichkeit. Das betreffende Mädchenwar sonst vollständig normal entwickelt und ganz unzweifelhaft con-ceptionsfähig.

Dass aber auch Schwangerschaft in solchen Fällen ohne Störung,ja ohne eine Ahnung zu hinterlassen, dass die betreffende Mutter ab-norm sei, verlaufen könne, beweist ein Fall von A. Ollivier, bei dem

Fig. 117.

Uterus didelphys (nach Heitzmann). (Spiegelbild bei stark dilatirter Scheide.) a Vaginalportiondes linken Uterus, b Scheidentheil der rechten Gebärmutter, c Septum im Scheidengewölbe.

die Abnormität bei einer 42jährigen Frau zufällig gefunden wurde,welche 4mal normal geboren hatte, ja einmal bei Auftreten von Ek-lampsie mit der Zange entbunden worden war. Es war also bisherdie Missbildung nicht einmal vom operirenden Arzt bemerkt worden,trotzdem auch die Scheide durch eine mediane Wand in zwei vollständiggetrennte Hälften geschieden war und das Septum bis zu den äusserenGenitalien herunterreichte. Zwischen den Körpern der paarigen Gebär-mutter war ein Abstand, welcher von Darmschlingen ausgefüllt war.