Die Missbildungen der Genitalien in ihrer Bedeutung zur Schwangerschaft. 297
Die Selbständigkeit der beiden Müller'schen Gänge kann so weitgehen, dass die Gebärmutter von oben bis unten vom Fundus bis zumäusseren Muttermund getrennt bleiben und dass sich die beiden Theilezu ganz selbständigen Organen entwickeln (Paariger Uterus, Uterusdidelphys = 2 Gebärmütter).
Auch in der Scheide bleibt dann mehr oder weniger weithinunter ein Septum bestehen. Ja es kann dabei sogar eine doppelteScheide existiren.
Fig. 116.
Angeblicher Uterus bieornis (nach Eisenmann). Wahrscheinlich Uterus didelphys. a DoppelterScheideneingang mit doppeltem Hymen, b Ostium urethrae. c Clitoris. d Urethra, e e Vaginae.f f Oriflcia uteri, g g Hälse der Gebärmutter, h h Körper und Hörner der Gebärmutter, i i Eier-stöcke, k k Eileiter. 11 Runde Mutterbänder, m m Breite Mutterbänder.
Die beigegebene Zeichnung nach einem im letzten Jahrhundertgefundenen Präparat stellt solch eine Bildung dar. In jüngster Zeitist durch Untersuchung an der lebenden eine doppelte GebärmuttervonHeitzmann aufgefunden und beschrieben worden. Die Abbildungstellt die beiden durch ein 2 Linien dickes Septum getrennten Por-tiones vaginales dar. Durch die bimanuelle Untersuchung Hess sichnachweisen, dass zwischen beiden Uteri eine schmale Brücke bestand,