Das Riedert'sche Rahmgemenge. 251
beigemischt war. Der Zusatz begünstigte Digestionsstörungen. Es gibt jetzt auchCondensirmethoden ohne Zuckerzusatz, aber das Uebel dieser Milch ist, dass sichin derselben Butterung beim Transport einstellt und die einmal geöffneten Flaschensich nicht halten.
Da bei den Surrogaten nur ein gewisser Procentsatz Casein vom Kinder-magen gut vertragen wird, ungefähr 1%, dagegen das Fett besser bekommt, stellteBiedert sein Rahmgemenge so dar, dass er V 8 Liter süssen Rahm mit 3 /s Litergekochten Wassers verdünnte und diesem Gemenge, welches mit geringenSchwankungen immer l°/ 0 Casein enthält, 15 g Milchzucker zusetzte. [Um L dieGemenge dem Alter der Kinder anzupassen, stellte Biedert Modifikationen mit■ Milchzucker her.
Gemenge I ist wie oben erwähnt und enthält l°/ 0 Casein, 2,4% Butter und3,8% Milchzucker.
Gemenge II hat V 8 Liter Rahm, Yie Liter Milch, 3 / 8 Liter Wasser, 15 g' Milchzucker.
Gemenge III V 8 Liter Rahm, '/ 8 Liter Milch und das übrige gleich.
Gemenge IV alles gleich, aber 1 /t Liter Milch.
Gemenge V dito mit 3 /s Liter Milch.
Gemenge VI mit 1 /2 Liter Milch, '/< Liter Wasser, 10 g Milchzucker.
Das Rahmgemenge ist gut und zweckmässig, besonders für die erste Zeit.Um es bequemer im Handel zu haben, sind auch Conserven gemacht worden: aberdiese sind abhängig vom Vorhandensein frischen guten Rahmes, resp. eben solcherKuhmilch und umständlicher als die Kuhmilchnahrung. Für schwächliche, dyspep-tische Kinder ist es gelegentlich ■ empfehlenswerth. In neuester Zeit sind nochVorschläge und Versuche bekannt geworden mit peptonisirenden Zusätzen, diejedoch die Milch bitter machen.
Nehme man als Surrogat was man will, so müssen Fläschchen und Saug-röhre nach dem Gebrauch immer sofort in frisches Wasser kommenund von Zeit zu Zeit ausgebrüht werden.
Was das Reinhalten der Kinder betrifft, so ist bloss zu erinnern, dass ja dieWindeln zur Vermeidung der Hamstoffzersetzung immer gebrüht oder gekochtwerden müssen.
Inhaltsübersicht.
1) Die Rückbildung der inneren Genitalien ivird in 4 — 6 Wochenvollendet. Die Schleimhaut des Uterus geioinnt aus einzelnen Besten derJJterindrüsen in dieser Zeit ivieder ihre normale Epithelauskleidung. DieUterusmuskelfasern gehen theilweise in körnigen Zerfall über- und werdendadurch zur Norm zurückgebracht.
2) Der Wochenfluss ist in allen Einzelheiten dem Wundsecret zuvergleichen. Die Absonderung des Uterus enthält bei ganz fieberlosemVerlauf des Wochenbettes keine Spaltpilze. Diese Beimischung kommterst in der Scheide hinzu.
3) Unmittelbar nach der Geburt wechselt die Grösse des Uterusziemlich rasch. Etwa 6 Stunden p. p. steht der Fundus uteri ungefährin Nabelhöhe und verkleinert sich von da an annähernd proportional.
4) Nach ungefähr 9 — 12 Tagen vermindert sich die Gebärmutter soviel, dass das Corpus uteri am oberen Band der Symphyse steht.
5) Wenn der Gebärmuttergrund toieder am oberen Band der Scham-fuge angelangt ist, kann die Wöchnerin aufstehen.
6) Nachwehen sollen bei der Erstgebärenden nicht gespürt werden.
7) Beim vollkommen gesunden Wochenbett darf garkein Fieber vorkommen. _Es gibt kein Milchfieber.