Die Zubereitung der Kuhmilch.
249
Es ist hier schon versucht und mit vollstem Frfolg ausgeführtworden, die Milchfläschchen durch strömenden Dampf im Grossen zusterilisiren. Es ist nur eine Frage der Zeit, so wird man „keimfreigemachte Milch" zur Kinderernährung als Handelsartikel beziehenkönnen.
Die Milch muss erwärmt werden, weil kalte Milch den KindernLeibweh etc. etc. macht und ihnen auch entschieden nicht zuträglichist. Ferner muss der richtige Temperaturgrad eingehalten und so be-rechnet werden, dass die Milch während der Zeit des Trinkens nichtzu kühl werden kann. Diese Temperatur sei im Fläschchen anfangs40—44°; im Saugrohr wird dann gerade das Richtige, nämlich Körper-temperatur sein.
Jedenfalls verdient die Kuhmilch die erste Berücksichtigung,wenn je ein Kind weder die Mutterbrust, noch eine Amme erhalten
Fig. 110.
Soxlilet's Apparat zeigt das Wasserball mit dem Blecheinsatz. Das Mensurgefäss hat bei denOriginalapparaten einen Schnabel zum Ausgiessen.
kann. Aber dann muss auch bei der Kuhmilch ausser den selbstver-ständlichen Bedingungen, dass sie frisch und rein sei, noch auf mehrAcht gegeben werden. Wenn man beobachtet, wie bald die Kinderauf irgend welche unpassende Nahrungsmittel der Säugenden reagiren,wer es ferner probirt, wie leicht man in der Kuhmilch bestimmteNahrungsstoffe, welche die Kühe bekommen, durch den Geschmackwieder erkennt, so z. B. weisse Rüben etc., wer endlich die experimen-tellen Untersuchungen verfolgt, welche in der Milch alle löslichenStoffe der Nahrung wiederfinden, der wird begreifen, dass es für denguten Erfolg auch darauf ankommt, die Nahrung der Kühe ganz genauzu bestimmen. Gerade im Winter werden von den Landwirthen sehrgerne eine Reihe von Ersatzmitteln für Heu herangezogen. Es habenz. B. weisse Rüben, Kohlarten, dann aber auch Abfallsproducte ver-schiedener landwirthschaftlicher und gewerblicher Betriebe als Aushülfezu dienen. Alle diese müssen verbannt sein, denn sie enthalten meistens