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Lehrbuch der Geburtshülfe für Ärzte und Studierende
Entstehung
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231
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Die Rückbildung der Gebärmutter die Nachwehen. 231

post partum die Nabelhöhle. (Durchschnittlich 11 cm über der Sym-physe, grösste Breite 10 cm.) Von da an beginnt die Verkürzungund hält ungefähr proportional an, bis der Fundus uteri am9.10.12. Tag den oberen Rand der Schambeine erreicht hat. Dassder Fundus auch schon beim Austreiben der Placenta höher steigenkönne, haben wir gegebenen Ortes erwähnt. So ergibt auch die ge-legentliche Sondirung, dass die Höhe des Uterus in der 2. Wochenur noch ca. 89 cm lang zu sein pflegt, was gegenüber der Normal-lange von 6 cm und der ursprünglich dagewesenen Ausdehnung einerapide Verkleinerung zu nennen ist. In der Dicke und dem allgemeinenVolumen hat der Uterus in der 2. Woche des Puerperiums noch un-gefähr die Grösse vom 3. Monat der Gravidität.

Es ist schon von vielen Autoren die Grösse des Uterus für die einzelnenTage des Wochenbettes mit dem Tasterzirkel abgemessen und sind danach Grössen-curven hergestellt worden. Es ergaben diese, dass die Verkleinerung bei Mehr-gebärenden regelmässiger vor sich gehe, als bei Erstgebärenden und dass dieFüllung der Blase auf die Lage des Uterus und das gefundene Maass unleugbareinen Einfluss habe. Schneider, M. f. G. Bd. 21. p. 357. Pf annkuch, A. f. G.Bd. 3. p. 327. Börner, Ueber d. puerperal. Ut. Graz. 1875. Wieland, Etudessur l'evolution de Tut. etc. 1858. Bidder u. Sutugin, Aus der Gebäranstaltdes kaiserl. Erziehungshauses Petersb. 1874. p. 128. Serdukoff, Obstetr. J. Gr.Brit. Oct. 1875. p. 477. Hansen siehe oben.

Besondere Berücksichtigung in Beziehung auf die Involution ver-dient noch der Cervicalkanal und die Portio vaginalis. Gleich nachder Geburt hängt der sehr verdünnte und gestreckte Halskanal wieein schlaffes Segel ringsum in die Vagina hinein, während das Corpusuteri höher oben fest zusammengezogen als ein derber, kugeligerKörper sich abgrenzt. Es dauert einige Zeit, bis auch hier das aufKosten der Elasticität ausgedehnte Gewebe sich wieder retrahirt undzur Portio vaginalis neu formirt. Die Länge des schlaffen Cervical-kanals beträgt 7 cm. Am zweiten Tag hat die Faltung schon be-gonnen. Am Anfang der zweiten Woche ist die Portio wieder vongewöhnlicher Grösse und Derbheit. Die Rückbildung der Uterusanhänge,der Scheide und der äusseren Genitalien bieten nicht viel Bemerkens-werthes.

Alle Veränderungen und Verkürzungen des Tragsackes gehenunter regelmässig wiederkehrenden Zusammenziehungen einher, dieeinige Tage lang sich noch geltend machen können und Nachwehengenannt werden. Der Name sagt schon, was dabei empfunden wird.Die Regel ist nun, dass Erstgebärende solche Nachwehen nichtempfinden und dass mit grösster Wahrscheinlichkeit dann der Uteruskrank, besonders entzündet ist, wenn Primiparae darüber klagen. BeiMehrgebärenden ist es jedoch eine recht häufige Plage desWochenbettes, die durch einige Dosen von Tinct. thebaica zu mildernist. Ueberhaupt stehen die Nachwehen in umgekehrtem Verhältniss zurEnergie der Uterusthätigkeit während der Geburt, so dass gewöhnlich