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Das Wundsecret der Gebärmutterschleimhaut — die Lochien.
giebigster Weise stattfinden kann. Die einzelnen Septa sind zwar nichtmit Blutgefässen durchsetzt, aber dennoch liegen zahlreiche, offene,eben durch Thromben geschlossene Gefässe an der Placentarstelle zuTage. Diese selbst ist höckerig rauh und lange Zeit bei Sectionen ampuerperalen Uterus zu erkennen.
Diesem Zustand entsprechend sondert auch der Uterus währendder ersten Zeit des Wochenbettes (ca. 14 Tage lang) Wundsecretab. Der sogenannte Wochenfluss oder Lochia ist nichts anderes.In allen Beziehungen ist derselbe dem Wundsecret, das man zur Zeitder offenen Wundbehandlung so massenhaft zur Verfügung hatte, gleichzu setzen. Wie dort das Secret der ersten Stunden und Tage reinesBlut war, so sind es auch die Lochien an den ersten Tagen. Sie
Fig. 104.
Placentarstelle, 3 Wochen post partum. (Nach Leopold.)a Die Regeneration durch die Epithelzellen, b Junge Schleimhaut, c Muscularis und organisirte
Thromben.
heissen deswegen Lochia rubra oder cruenta. Die mikroskopischeUntersuchung der Absonderung zeigt darin massenhaft rothe Blut-körperchen, kleine Gerinnsel und Deciduafetzen.
Bald aber wechselt das Aussehen und der Untersuchungsbefund.Nach einigen Tagen ist fast nur noch aufgelöster Blutfarbstoff vor-handen, der in der untergelegten Bettwäsche einen braunrothen Randfärbt. Die grossen Flecken sehen jedoch mehr blassgelblich aus. DieLochien führen nur noch Serum mit Blutfarbstoff und einzelnen Platten-epithelien und Cylinderzellen und heissen Lochia serosa. Wenn dieäusseren Wunden sich nach einigen Tagen mit Granulationen bedecken,so secerniren sie Eiterzellen. Ein ähnliches Verhalten ist wiederum ander Wochenbettabsonderung wahrzunehmen. Schon in den ersten Tagentreten Eiterzellen, erst noch spärlich, später immer zahlreicher auf.Bald dominiren dieselben an Zahl, und in der 2. Woche des Puerperiums