Druckschrift 
Lehrbuch der Geburtshülfe für Ärzte und Studierende
Entstehung
Seite
227
Einzelbild herunterladen
 

Die Rückbildung der Gebärmutterschleimhaut.

227

in der spongiös erweiterten Drüsenschichte vor sich gehe. Gerade soviele Septa als bienenwabenähnlich an der Decidua zu sehen sind,bleiben zurück und es müsste der wieder entfaltete Uterus an seinerInnenfläche genau dasselbe Bild zeigen, wie die Decidua insertionis ander Placenta. Die Gebärmutter ist aber fest zusammengezogen. DieInnenfläche bietet für das Gefühl die Weichheit von Sammt dar.

Die Zusammenziehungen sind von ganz besonderem Werth fürden Schluss der Blutgefässe. Schon gegen Ende der Schwangerschaftbilden sich in der Placenta materna ausgedehnte Thrombosen (Leopold).Die im Wochenbett anhaltenden, festen Zusammenziehungen pressen alleGefässe zu platten Spalten zusammen. Die Thrombenbildung der weitenBlutgefässe ist die nächste Folge der Compression und von der Wand

Fig. 103.

<M&

fe>

Frischer puerperaler Uterus, Plaeentarstelle. (Nach Leopold.)a Epitheliuseln. b Serotina mit Drüsen, c Muscularis.

der Gefässe aus beginnt die Organisation. Es spielt sich dieselbe genaunach gleichen Gesetzen ab, wie z. B. nach der Unterbindung vonGefässen.

Die Schleimhautschicht, welche über der Muscularis noch stehenbleibt, beträgt nur einige Millimeter. Aber in derselben befinden sichnoch kurze Drüsenschläuche, die ihre Drüsenepithelien gleichsam alsDepot ; als Inseln bewahren, um den zur Regeneration der Schleim-hautinnenfläche nöthigen Grund zu liefern. Es ist eine Einrichtung,die ganz an die Transplantation erinnert. Den weiteren Verlauf kannman sich nach diesen Darstellungen leicht denken. Die flottirenden,zottigen Sprossen der Decidua gehen zu Grunde und zwar in derselbenWeise, wie alles, was innerhalb des Körpers ausser Ernährung gesetztwird, durch fettige Metamorphose und langsames Abstossen des fettigenDetritus. Anfangs stellen diese hängenden Fetzen eine Wundflächedar, besonders in dem Sinn, dass von ihnen aus Resorption in aus-