Verhütung der Augenentzündung Neugeborener. 213
der Aerzte so gut und sind Specialisten der Augenheilkunde so zahl-reich, dass man doch wohl in der Privatpraxis ohne die allgemeineEinführung dieser prophylactischen Einträufelungen auskommen wird.
Bin Verfahren einfacherer Art wurde von einem meiner früheren Assistentenausgeführt. Die Scheide wurde während der Geburt mit Carbollössung ausgespültund mit dem Finger alles schleimige Seeret weggewischt. Die Augen wurdennach der Geburt nur mit gekochtem Wasser gewaschen. So lange von dem be-treffenden Assistenten die Waschungen selbst vollzogen wurden, blieb das Resultatabsolut gut. Als später die Manipulation einem anderen Personal überwiesenwerden musste, kam bald darauf wieder eine Epidemie vor. Seit jedoch die Ein-träufelung mit Arg. nitr. 2°/o regelmässig im Gang ist, kommt fast keine Erkrankungmehr vor. Im Jahr 1883 wurden die genannten Versuche mit einfacher Reinigungdurchgeführt. Im Jahr 1884 kamen 4 Ophthalmoblennorrhoen auf 168 Kinder vor,sämmtlich Spätinfectionen. Als darauf die Arg. nitr. - Einträufelung regelmässigeingeführt war, erfolgte auf 155 Geburten in 1885, 169 Geburten in 1886 gar keineErkrankung mehr. Seitdem ich in Leipzig thätig bin, sind auf 1400 klinischeGeburten 4 Blennorrhoen erfolgt, davon eine Spätinfection und sämmtliche sehrleicht verlaufen. Dies beträgt auf zusammen 1724 Kinder des einen Falles 0,2 "ja,bei Abrechnung 0,17 °/o-
Inhaltsübersicht.
Zur Verhütung der (gonorrhoischen) Ophthalmoblennorrhoe des Kin-des wird in jedes Auge ein Tropfen einer 2°juigen Höllensteinlösung ein-geträufelt. Dies hat sich in Anstalten sehr bewahrt. In die Privat-praxis ist die Massregel nicht einzuführen.
Die Wiederbelebung aspbyctischer Neugeborener.
Literatur.
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Die Asphyxie ist wieder ein Ereigniss, das bei der physiologischenGeburt nicht vorkommt, weil dadurch diese pathologisch wird, das alsoim logischen System auch in die Pathologie der Geburt gehörte. Wirziehen es trotzdem vor, dieses doch ganz selbständige Kapitel da ein-zuschalten, wo auch das Ereigniss uns am häufigsten begegnet.
Asphyctisch oder scheintodt nennt man die Kinder, die zwar nochmit Puls geboren werden, deren Athmung aber nicht in Gang kommt.