Die Bedeutung der einzelnen Lagen. 187
Perineum hervor, aber der Durchmesser, in dem sich der Kopf hiebeidurch die Schamspalte bewegt, geht vom vorderen Rand der Halswirbel-säule zum Hinterhaupt (D. submento-occipitalis) und ist fast noch kürzerals der entsprechende Durchmesser bei Schädellagen.
Für die Vorderscheitellagen ist nur der eine Umstand wieder aus-gleichend, dass die Köpfe gewöhnlich kleiner sind. Aber gelegentlichkommt durch nicht gewollte Drehungen des Kopfes mit der Zange dasHinterhaupt nach hinten, und hiebei kann man die Nachtheile der 3.und 4. Schädellage in unangenehmer Weise kennen lernen.
Eine specielle Veranlassung zum Dammriss, auf die man bei derProphylaxis merken und die man dadurch vermindern kann, gibt diezu straffe Beschaffenheit des Constrictor cunni, welcher den Hinterkopfunter der Symphyse nicht vorrücken lässt. Bei der Bewegung um denSchanibogen stellt sich dann nahezu die kleine Fontanelle alsHypomochlion ein. Die Hülfe besteht in einem Bückwärtsdrängendes Hinterhauptes, damit die Schuppe desselben unter den Schambogen-winkel zu stehen kommt.
In anderen Fällen ist der Raum zwischen dem Scheitel des Scham-bogens und dem vorderen Umfang des Scheideneingangs ungewöhnlichbreit, also das Ligamentum trianguläre zu unnachgiebig. Wo es sichnicht vor dem andringenden Kopf zurückschlagen oder von den Fingerndes Geburtshelfers zurückschieben lässt, muss es durch oberflächlicheIncisionen durchschnitten werden.
Noch ist eine Entstehungsursache der Ruptur durch die über denKopf vorstehenden Zangenspitzen zu erwähnen. Natürlich hilft hiebeidas Abnehmen des Instruments oder doch das Lockern der Löffel imSchloss (vergl. hinten „die Zangenoperation").
Auch die Schultern können einen noch unversehrten Damm zumReissen bringen und jede schon vorhandene Ruptur ansehnlich ver-grössern.
Der Umfang der Schulter ist zwar entschieden unter demjenigendes Schädels, aber die Schulterbreite selbst grösser als die entsprechen-den Kopfdurchmesser. Dann drängt die Kraft der Wehen, welche auchhier durch die Wirbelsäule vermittelt wird,' die eine Schulter mehr nachhinten. Auch der Rumpf dreht sich nicht leicht nach vorn. Dies sindalles Momente, welche eine Spannung des Dammes bedingen.
Um beim Durchschneiden der Schultern den Damm zu entlasten,wird der Kopf mit zwei Händen umfasst, aber so, dass kein Druck aufdie Carotiden oder die Trachea ausgeübt wird (die eine Hand über dasHinterhaupt, die andere über das Gesicht), dann nach abwärts gezogen,bis sich die vordere Schulter unter dem Schambogen feststemmt. Nunwird durch ein stärkeres Erheben des Kopfes nach vorn die hintereSchulter langsam über den Damm hervorgehoben.
Die Methode des Dammschutzverfahrens beim Durchgang des Kopfesmüssen wir speciell berücksichtigen.
' Wenn man sich überlegt, was zur Schonung des Dammes währendder Geburt geschehen kann, so ist es die vollständigste Ausnützung der