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Lehrbuch der Geburtshülfe für Ärzte und Studierende
Entstehung
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175
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Zwillingschwangerachaft, mehrfache Schwangerschaft. 175

8) Man soll in der Behandlung trennen die Extraction, welche derZangenoperation der Schädellagen analog ist, von den kleinen Nachhülfen,nämlich dem Lösen der Arme und des Kopfes nach der spontanen Ge-burt bis zum Brustkorb.

9) Bei der letzteren Nachhülfe sollte kein bis dahin noch lebendesKind verloren gehen.

10) Die Extraction soll, -wenn irgend möglich, vermieden, also nurauf bestimmte Indicationen hin vorgenommen werden, denn ihre Prognoseist viel ungünstiger.

Die Schwangerschaft und Geburt bei Zwillingen (mehrfacheSchwangerschaft).

Literatur.

Veit, G.: M. f. G. Bd. VI. p. 126. — Späth: Zeitschr. d. Ges. d. AerzteWiens. 1860. Nr. 15 u. 16. — Ploss: Monatsbl. f. med. Statistik u. s. w. Beilagezur deutschen Klinik 1861. Nr. 1. p. 2. ■— Hyrtl: Die Blutgefässe der nienschl.Nachgeburt. Wien 1870. p. 125. — Kleinwächter: Die Lehre v. d. Zwillingen.Prag. 1871. — Reuss: A. f. G. Bd. IV. p. 120. — Schulze, B. S.: Volkmann'sSamml. klin. Vortr. Leipzig 1872. Nr. 34. — Puech: Des grossesses multiples,de leurs causes et de leur frequence relative. Paris 1873. — Ahlfeld: A. f. G.Bd. VII. p. 210. Bd. IX. p. 196. XL p. 160. — Schatz: A. f. G. Bd. 24. p. 337.Abbildungen von Injectionspräparaten.

Zwillinge kommen nach Gustav Veit, der die umfassendsteBerechnung gemacht hat, relativ häufig, durchschnittlich auf je 89 Ge-burten lmal vor. Die Häufigkeit von Drillingen reducirt sich schonauf das Verhältniss 1:7900, bei Vierlingen 1:371,260 Geburten, janach einer auf grössere Zahlen sich stützenden Zusammenstellung vonNeefe 1 ) sogar erst auf 560,000 Geburten lmal, und Fünflinge, diezwar noch sicher beobachtet sind, gehören zu den grössten Seltenheiten.Das Geschlecht ist in 64 °/o gleich, bei 36 °/ 0 verschieden.

Die Fälle von Pünflingen sind aus neuerer Zeit erwähnt von Krebs, M. f. G.Bd. III. p. 236. Spiegelberg aus Irland, M. f. .G. Bd. VII, p. 463. (Präparat imDubliner Gebärhause schon von Gartshoue 1787 erwähnt.) Fleischer, M. f. G.Bd. IX. p. 149. Galopin, M. f. G. Bd. 31. p. 475. Spronle, Virehow-HirschJahresbericht 1867. Bd. IL p. 579. Der s. Z. von Osiander dem A eiteren 2 )erwähnte Fall von Sechslingen war ein Betrug, indem eine Frau aus Ohlau inSchlesien ihre frühgeborenen Fötus gesammelt und davon 6 zusammen demonstrirthatte. Die Sache wurde schon von dem Sohn des ersterwähnten Autors J. F. Osian-der 3 ) richtig gestellt.

Was die Entstehung von mehrfacher Schwangerschaftbetrifft, so können solche Früchte entweder

') Neefe, Zur Statistik der Mehrgeburten. Jahrb. f. Nationalökonomie u.Statistik. Bd. 27.

2 ) Handb. I. 1. p. 317.

3 ) Handb. p. 229. Anm.