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Lehrbuch der Geburtshülfe für Ärzte und Studierende
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154
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154 Aetiologie der Gesichtsiagen.

Die Gesichtsiagen (Positio facie praeversa).

Literatur.

Nägele, H. F.: Die Lehre vom Mechanism. d. Geb. 1838. p. 48. Zur Ge-schichte ibid. p. 146. Hier ist die ältere Literatur angeführt. Freund, W. A.:Klin. Beitr. zur Gyn. 2. Heft. Breslau 1864. p. 179. - Winckel: M. f. G. Bd. 30.p. 8 u. klin. Beobacht. zur Path. d. Geb. Rostock 1869. p. 47131. Heck er:Ueber die Schädelform bei Gesichtslagen. Berlin 1869. Ref. A. f. G. Bd. I. p. 355,A. f. G. Bd. II. p. 429. Beobachtungen u. Untersuchungen etc. München 1881.p. 18. Fasbender: Berlin. Beitr. z. Geb. u. Gyn. Bd. I. p. 100, u. B. ILp. 274. Ahlfeld: Die Entstehung der Stirn- u. Gesichtslagen. Leipzig 1873,u. A. f. G. Bd. XVI. p. 45. Meyr: A. f. G. Bd. XII. p. 211. Walther:Winckel's Ber. u. Studien. Bd. III. Kamm: Beitrag z. Lehre von d. Gesichts-lagen. Diss. Breslau 1879. Duncan: Edinb. med. Journ. May 1870. p. 971, u.Edinb. Obst. Transact. IL 1872. p. 108. Contribut. to the Mechanism of naturaland morbid Parturition. Edinb. 1875. (Sammlung aller Arbeiten Dunean's überGeburtsmechanismus.) Braun: Wiener Medicinalhalle 1860. 1. u. 2. Ref. M. f.G. Bd. 17. p. 157. Ueber Stimlagen: v. Helly: Zeitschr. d. Ges. der AerzteWiens. 1861. Bd. 2 p. 53. -- Mass mann: Petersb. med. Z. 1868. p. 205. -Hecker: a. a. O. p. 54. Ahlfeld: a. a. O. p. 94. - Hildebrandt: M. f. G.Bd. 25. p. 222. -- Schatz: A. f. G. Bd. V. p. 306. Welponer: A. f. G. Bd. XLp. 346. Pippingsköld: Berl. Beitr. z. Geb. u. Gyn. Bd. I. p. 279. Fritsch:Berl. klin. Wochenschr. 1872. Nr. 32. Brenn ecke: Berl. klin. Wochenschr.1882. Nr. 4. Beumer u. Peiper: Ueber Stirnlagen. A. f. G. Bd. 23. p. 47. Thorn: Z. f. G. u. G. XIII. p. 186. Mangiagalli: II parto per il fronte,studio clinico. Ann. di ost. 1880, n. 11 u 12. Chiara: Anm. aus Lehrbuch:Cazeaux et Tarnier. Italien, übersetzt 1882. Ziegenspeck: Sammlung klin. Vor-träge. Nr. 284. - Torggler: C. f. G. 1887. p. 217.

Der Kopf ist hiebei in deu Nacken geschlagen, das Kind wird ineiner Haltung geboren, die es zwar post partum offenbar unter demEinfluss des Zwanges, dem es unterworfen war, noch einige Zeit wiedereinzunehmen bestrebt ist, die aber im allgemeinen als eine vollkommenunnatürliche bezeichnet werden muss. Man kann sich von vornhereinnicht denken, dass das Kind aus eigener Thätigkeit diese unbequemeund unzweckmässige Haltung annehme, dass vielmehr die Entstehungder Gesichtslagen nicht anders zu erklären ist, als durch die Einwir-kung eines mechanischen Zwanges auf das Kind. Damit wird abernicht geleugnet, dass im Kind eine primäre Veränderung der Hal-tung vorkommen könne, welche die mechanischen Momente so ein-wirken lässt, dass eine Gesichtslage daraus entstehe. Nur eine primäreGesichtseinstellung der Art, dass ein Fötus durch Contraction seinerNackenmuskulatur zu dieser extremen Rückwärtsstreckung des Kopfesund des ganzen Rumpfes gelangen könnte, möchten wir von vornhereinleugnen. Es ist dies eine Ansicht, die früher Vertreter hatte, aber jetztallseitig aufgegeben ist. Primäre Gesichtslagen, d. h. solche, die schonin den letzten Monaten der Schwangerschaft durch Untersuchung, jaselbst durch Sectionen nachgewiesen worden sind, existiren unzweifelhaft.

Die Anlässe, welche die Normalhaltung des Kopfes und des Rumpfesverändern, sind z. B. Geschwülste am Halse, insbesondere Struma con-genita. Wir erwähnen diese Thatsache nicht, weil sie besonders häufig