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Lehrbuch der Geburtshülfe für Ärzte und Studierende
Entstehung
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151
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Erklärung der Häufigkeit der Kopf lagen. 151

ihre intrauterine Ruhehaltung, d. h. die Normalhaltung mit angezogenenund gebeugten Unterextremitäten einnehmen, in der Mitte zwischenSteiss und Scheitel liege. Jede Streckung der Beine niuss immerden Schwerpunkt mehr gegen das Kopfende verschieben. Gerade diesesVerhalten haben besonders genau die Schwerpunktbestimmungen Pop-pers bestätigt.

Das höhere specifische Gewicht des Kopfes vermag aber nichtallein die Häufigkeit der Kopflagen, sondern auch mit einer gewissenWahrscheinlichkeit das Ueberwiegen der I. Schädellage vor der IL zuerklären. Bei einer schwangeren Frau ist im Stehen die vordereBauchwand und vordere TJteruswand tiefer liegend als die hintere.Sinkt die rechte Seite des Kindes, wie oben beim Schwimmversuchangegeben, der tiefsten Stelle zu und legt sie sich der vorderen Uterus-wand an, so haben wir eine I. Schädellage. Beim horizontalen Liegenkönnen sich die Verhältnisse ändern, und ein Autor (Höning) will ge-radezu Abends mehr I. und Morgens nach der längeren horizontalenLage mehr IL Schädellagen gefunden haben.

Inhaltsübersicht.

1) Unter den Fruchtlagen telegen die Schädellagen weit vor.

2) Die Ursache hievon ist die grössere specifische Schwere des Kopfes.

3) Dass die I. Schädel- oder Scheitellage häufiger ist als die IL,erklärt sich aus der grösseren speeißschen Schwere der Leber und der ge-wöhnlichen Körperhaltung der Mutter.

Die Vorderseheitellagen (III. und IV. Schädellagen).

Die Häufigkeit solcher Lagen haben wir oben berücksichtigt unddort das Frequenzverhältniss für III. und IV. Schädellage zusammenauf 1,5 °/o angegeben. Es käme danach eine Vorderscheitellage durch-schnittlich auf 67-75 Kinder einmal vor (Hecker) und davon der Aus-tritt in III. Schädellage ungefähr doppelt so häufig als in IV. (Kehr er189 : 100). Hecker fand das Verhältniss III : IV wie 110 : 100.

Die Ursache für die Rückwärtsrotation des Hinterhauptes ist nachder Meinung der Autoren in einem relativ zu kleinen Kopf oderentsprechend zu grossem Becken gelegen. Es existirt dann keineNothwendigkeit, dass sich der Kopf dem Raum anbequemen muss, errollt mehr nach Zufall durch den Geburtskanal, wie eine zu kleineKugel im gezogenen Gewehrlauf. So fand Hecker z. B., dass unterden 227 Vorderscheitellagen allein 32 Zwillingskinder waren.

Diese räumlich günstigen Verhältnisse machen es begreiflich,dass dann der Geburtsverlauf durchaus nicht besonders schwer ist,sondern im allgemeinen als ein leichter und schneller bezeichnetwerden kann. Wenn trotzdem die Mittelzahlen der Geburtsdauerdiejenigen der Scheitellagen erreichen oder ein wenig übertreffen