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Lehrbuch der Geburtshülfe für Ärzte und Studierende
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Häufigkeit der einzelnen Kindeslagen.

bett. p. 21. Höning: Seanzoni's Beiträge. Bd. VII. p. 36. Schatz: Geburts-mechanismus d. Kopfendlagen. Leipzig 18ti8 u. Leipziger Naturforscherversamm-lung 1872. Pinard: De Facconrmodation du foetus pendant la grossesse. Annal.d. Gyn. Bd. IX. p. 321. Lahs: Wirkungen d. Lageveränderung. Schriften derGesellsch. d. ges. Naturw. zu Marburg. Bd. X. 1873. 8. Abhdlg. Schau blin,A. f. G. Bd. 32. p. 305. 1888.

Mit ganz auffallender Häufigkeit geht, bei der Geburt desMenschen der Kopf voraus. Es herrscht diese Senkung des Kopfesschon während der Schwangerschaft vor, obwohl das Kind währenddieser Zeit unter öfteren Bewegungen seine Lage wechselt (Positions-wechsel, Culbute).

Die verschiedensten Zusammenstellungen, die aus leicht begreif-lichen Gründen niemals genau mit einander übereinstimmen können,ergeben, dass unter 100 Geburten durchschnittlich über 95 Schädel-lagen vorkommen. Einige deutsche Autoren legten möglichst grosseZahlen zu Grunde, Heck er z. B. 17,400 Kinder, bei der Zusammen-stellung Spiegelberg's unter Berücksichtigung der Publicationen vonSchwörer und Hegar aus dem badischen Oberrheinkreis 93,871 Geburten.

Die Frequenz der einzelnen Lagen war danach:

Winkel z. B.inHecker

Schädellagen . . . 95,5 °/o

Gesichtslagen . . . 0,76

Beckenendlagen . . 3,6 s

Querlagen .... 0,9

Unter den Kopflagen allein fallen (nach Hecker's Zahlen) aufdie I. Schädellage (Rücken des Kindes nach der linken Mutterseitegerichtet) 68,3 °/o, auf die IL Schädellage 26,8 °/o, auf III. und IV. (vonHecker u. a. Vorderscheitellagen genannt) 1,5 °/o, der Rest auf Ge-sichts- und Stirnlagen. Es kommt danach auf ca. 75 Geburten je eineLage mit dem Hinterhaupt nach rückwärts vor.

Die Bezeichnung der I., IL, III., IV. Schädellage war nicht immer in jetzigemSinne gültig. Diese Eintheilungen hängen mit der Lehre vom Geburtsmechanismus

zusammen. Als man gelernt hatte, dass sich diePfeilnaht niemals in die Conjugata einstellen könne,blieben nur noch die schrägen Durchmesser übrig.Es war nun besonders Nägele, der wiederholt be-tonte, dass bei rechts stehendem Hinterhaupt diekleine Fontanelle häufiger nach hinten als nach vornstehe. Er hatte sich darin geirrt. Es kann schonsein, dass die Erklärung Mampe's dafür zutreffendist. Immerhin blieb so viel richtig, dass relativ häu-figer bei nach hinten gekehrter kleiner Fontanelledieselbe, falls sie rechts steht, sich nach vorn drehtals links.Den Geburtshelfer muss noch mehr als die Einstellung im Beckeneingangdie Art des Durchgangs und Austritts aus dem Becken interessiren.Es ist zwar schon für die Einstellung in den Beckeneingang die Häufigkeit dereinzelnen Lagen, so wie wir es darstellen, gefunden worden. Für den Austrittexistirt kein Zweifel. Die Lagen sind in der beigegebenen Figur eingezeichnet, und

im Anstaltsbericht

Spiegelberg

1876, 1877, 1878

97,6 °/o

93,01 °/o

0,3

0,51

1,59 .

3,23

0,78

Jl

Fig. 87.

Die vier Schädellagen.