128 Dauer der einzelnen Perioden.
für Mehrgebärende:
ErÖffnungszeit.......8 1 /« Stunden,
Austreibung bis zum Beckenboden 18 Minuten,
Durchschneiden....... 14 „
Nachgeburtsperiode ..... 19 „
Von grösstem Werth für Mutter und Kind ist ein glatter ungestörterVerlauf der Austreibungsperiode. Eine lange Dauer der ErÖffnungszeithat bei weitem weniger Bedeutung. Bei sonst normalen Verhältnissenentsteht dadurch keine Gefahr.
Was endlich die Tageszeit betrifft, in der die Geburten ver-laufen, so fällt der Anfang meistens auf die Abendstunden, das Endehäufiger auf die Nachtstunden zwischen 9 Uhr Abends und 9 UhrMorgens. Das Maximum liegt zwischen Mitternacht und 3 Uhr früh.Uebrigens ist der Unterschied nicht allzu gross; denn wenn man dieZahl der Tagesgeburten auf 100 ansetzt, fallen auf die erwähnten Nacht-stunden (9 Uhr Abends bis 9 Uhr Morgens) nur 119 (G. Veit). Klein-wächter's Resultate stimmen im Grossen und Ganzen darin überein,dass auch bei seiner Zusammenstellung die Mehrzahl der Geburtenzwischen 4 Uhr Abends und 6 Uhr früh — also wieder am Abend undwährend der Nacht beginnt.
Anhangsweise berücksichtigen wir noch die verschiedenen An-sichten über
die Ursachen des Geburtsbeginns.
Literatur.
Prankenhäuser: Die Nerven der Gebärmutter. Jena 1867. — Körner:Studien des physiol. Instituts zu Breslau. Heft 3. — Spiegelberg: Die Nervenund die Bewegung d. Gebärmutter. M. f. G. Bd. 24. 1864. p. 11. — Kehrer: Zu-sammensetzung d. weibl. Genitalkanals. 1863. — Oser u. Schlesinger: Stricker'smedic. Jahrbücher 1872. p. 57. — Schlesinger: Ueber Reflexbewegungen desUterus. Ibid. 1873. p. 1, u. Centren d. Uterusnerven. 1874. p. 1. — Goltz: Pflüger'sArch. Bd. IX. 1874. p. 552. — Basch u. Hof mann: Wiener med. Jahrbücher1877. — Röhrig: Virchow's Arch. Bd. 7G. p. 1. Ueber Ursachen des Geburts-beginns. — Hasse, C: Z. f. G. u. G. Bd. VI. p. 1, vergl. C. C. Th. Litzmann„Schwangerschaft" in R. Wagner's Handwörterbuch der Physiologie. B. III. 1;p. 107. — Veit, G.: Verh. d. Geselisch. f. G. in Berlin, 7. Heft 1853. p. 122. —Kehr er, P. A.: Vergleichende Physiol. d. Geb. d. Menschen u. d. Säugethiere.Giessen 1867. p. 8. — Prommel: Ueber die Bewegungen des Uterus. Z. f. G. u. G.B. 8. p. 205.
Wie der Apfel von dem Baume fällt, wenn er reif ist, so löstsich das reif gewordene Ei von der Mutter. Es kommt nur daraufhinaus, den Begriff „der Reife" beim Säugethierei ganz genau zuergründen. Warum dann die Zeitdauer die bekannten 40 Wochen be-trägt, wäre eine Frage ins Blaue. Es wäre eine analoge Sache, wenndie Naturforscher fragen wollten, warum blüht diese Pflanze im Früh-ling, jene im Herbst?
Wir müssen uns also für die normale Geburt darauf beschränken,den Begriff der Reife des Eies zu ergründen.