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Lehrbuch der Geburtshülfe für Ärzte und Studierende
Entstehung
Seite
124
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^24 Geburtsperioden, BilduDg der Kopfgeschwulst.

Durchmesser der Eröffnung resp. nach der Breite des Muttermund-saumes wird der Grad der Eröffnung abgeschätzt.

Gegen Schluss der ersten Geburtsperiode bei ungefähr 8 cm Durch-messer pflegt die Blase zu springen und das Vorwasser abzufliessen.

Die Austreibungsperiode zerfällt naturgemäss in zwei wesent-lich verschiedene Abschnitte: nämlich die Fortbewegung des Kopfesim Becken und den Austritt aus den äusseren Genitalien.

Die Wehen werden nach dem Blasensprung zunehmend stärker,und macht sich beim Tieferrücken des Kopfes die Bauch-presse geltend.

Wenn auch diese letztere im Allgemeinen der Willkür unter-worfen ist, so macht sich doch bei fast allen Kreissenden ein unwider-stehlicher Drang zum Mitpressen geltend, wenn der Kopf des Kindesaus dem Muttermund hervorgetreten ist und auf den Beckenboden unddas Rectum drückt.

Schon eine oberflächliche Beobachtung lehrt, dass der Kopf inder Passage durcb den Beckenkanal einer bestimmten Drehung unter-liegt. Es ist dies das Punctum saliens des sogenannten Geburtsmecha-nismus, auf den wir der praktischen Bedeutung wegen nochmals zurück-kommen müssen.

Während der Austreibungsperiode kommt es am Kind zurBildung der Kopfgeschwulst. Derjenige Theil der Kopfschwarte,welcher aus dem Muttermund hervorragt, steht unter einem geringerenDruck als das ganze übrige Kind. Dies erleichtert eine venöseStauung, indem das Blut leichter in diese Partie abfliesst, dagegenan dem gespannten Saum des Muttermundes am Zurückfliessen gehemmtist. Wo gelegentlich die Blase bei noch wenig eröffnetem Muttermundzu früh springt und der letztere trotz kräftiger Wehen sich nicht er-weitert, da bekommt die Kopfgeschwulst genau den Durchmesser derMuttermundsöffnung, wächst nur in die Länge und ragt rüsselförmigaus dem Orincium uteri hervor.

Bleibt der Kopf lange in der Schamspalte stehen, so kann eshier aus den eben erwähnten Gründen nochmals zur Bildung einerKopfgeschwulst (der sogenannten secundären) kommen.

Der Austritt aus dem Beckenboden und durch die äusseren Geni-talien heisst dasEin- und Durchschn eiden". Die Bewegung desKopfes erfolgt hierbei in einem starken Bogen um die Symphysis pubisherum. Auch diesen Punkt berühren wir nochmals.

Die treibende Kraft für den Act der Geburt liefert, wie schonerwähnt, hauptsächlich der Uterus. Da dies ein Hohlmuskel ist, sollteman a priori erwarten dürfen, dass bei seinen Zusammenziehungen dasBestreben vorherrscht, den Inhalt auf den kleinsten Raum zu pressen.Das Hesse erwarten, dass der Uterus auf der Höhe der Contraction sichder Kugelform nähern würde, dass also auch der Längsdurchmessersich verkürzte. Nachweislich ist es nicht so: Messungen der Uterus-längsaxe mittels des Tastercirkels zeigen im Gegentheil während derWehe eine Verlängerung. Ob dies nun in der Form der Gebärmutter