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Lehrbuch der Geburtshülfe für Ärzte und Studierende
Entstehung
Seite
114
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2X4 Beckenmessung an der Lebenden.

quer über die Analöffnung unter rechtem Winkel zur Raphegelegt denkt. Die Weichtheile werden von den Knöpfen des Taster-zirkels eingedrängt, und wird also das gefundene Maass um die Dickeder Weichtheile zu klein ausfallen. Zur Correctur sind deswegen 1 ^2 cmzu addiren.

Schröder schlug eine kleine Modifikation vor, nämlich in derSteinschnittlage die entsprechenden Punkte der Tuhera auf der Hautdes Dammes mit Bleistift anzuzeichnen und dann die Entfernung dieserzwei Punkte direct abzumessen.

Zur Messung des Querdurchmessers im Beckenausgang ist einMesszirkel nothwendig, dessen Branchen übereinander gehen. Als Bei-spiel eines solchen nennen wir den Osiander'schen.

Auf die übrigen Punkte, auf welche während der Geburt genauzu achten ist, nämlich auf das Verbalten der Fruchtblase und des Mutter-mundes und weiter auf die Beschaffenheit der Wehen kommen wir imnächsten Abschnitt zurück.

Inhaltsübersicht.

1) Die Ziele der geburtshülfliehen Untersuchung sind:

A. bei der Schwangeren festzustellen:

1) in tvelchem Zeitpunkt der Schwangerschaft sich die betreffendeFrau befinde,

2) ob sie Erst- oder Mehrgeschwängerte sei,

3) welche Lage das Kind einnehme,

4) ob dasselbe lebe,

5) die Beckenmaasse,

6) die Grösse des Kindes.

B. Bei der Gebärenden kommt noch hinzu:

1) das Verhalten und die Veränderungen der Fruchtblase unddes Muttermundes,

2) die Beschaffenheit und der Erfolg der Wehen, also der Fort-gang der Geburt.

2) Die Untersuchung wird eingeiheilt: A. in die äussere d. i. dieBetastung von aussen, und B. in die innere sc. per vaginam.

Man stellt durch die äussere Untersuchung fest:

1) den Zeitpunkt der Schivangerschaft

a) aus dem Stand der Gebärmutter,

b) aus den Messungen der Leibesausdehnung, bezw. aus derGrösse des Kindes,

2) ob die Frau Erst- oder Mehrgebärende sei,

a) aus der Beschaffenheit, also aus der Straffheit oder Schlaff-heit der Brüste,

b) aus den Schwangerschaftsstreifen an der Bauchhaut,

3) welche Lage das Kind einnehme,

durch das Betasten des Kopfes, des Rückens und der Unter-extremitäten des Kindes,