80 Das reife Kind.
sammenlaufen, sind die Seitenfontanellen — Fonticuli Gasseri — undzwar je eine vordere und eine hintere, welche leicht zu Verwechslungenmit der Hinterhauptsfontanelle führen können. (Vergl. die Unter-suchungslehre.)
Für die Bestimmungen der Reife verdienen noch gewisse Durch-messer und Umfange an Kopf und Körper des Kindes nähere Be-achtung.
1) Der Durchmesser von der Glabella bis zur Protuberantia occi-pitalis externa (gerader oder Frontooccipitaldurchmesser) misst11 3 /-i cm. Das um diesen Durchmesser gelegte Messband gibt einenUmfang von 33—34 cm.
2) Der grosse diagonale oder mento-occipitale Durchmesser(von der Kinnspitze bis zur Prot. oc. ext.) misst 13 x /2 cm, der ent-sprechende Umfang 36.
3) Der kleine diagonale — suboccipito-parietale — Durchmesser vonder Basis des Hinterhauptes — Linea nuchae —■ bis zum hinteren Randder grossen Fontanelle beträgt 9 x /2 cm, der Umfang 28—29.
Querdurchmesser gibt es zwei, der grosse zwischen beidenScheitelbeinhöckern, Diameter biparietalis = 9 1 /* und der kleine oderbitemporalis (zwischen den entferntesten Punkten der Kranznähte)= 8 cm. Die Höhe des Schädels misst hinten vom Scheitel bis zurSchädelbasis 9 x /2, vorn von der Stirn bis zum Kinn 8 cm.
Die Schulterbreite beträgt durchschnittlich 12,2 cm, die Tiefe desThorax von der Wirbelsäule zum Sternum 9,4, die Hüftenbreite 9,8 cm.Der Durchmesser der grossen Fontanelle, d. i. die Abstände der paral-lelen Knochenränder beträgt je 2 cm.
Inhaltsübersicht.
1) Mit Ablauf des 3. Monats hat der Embryo in jeder Beziehungmenschliche Körperformen gewonnen. Die Aehnlichkeit mit Thierembryonenist abgeschlossen — er ivird von jetzt an Fötus genannt.
2) Die Zunahme an Länge und an Gewicht ist im Anfang starkprogressiv, in den letzten 5 Monaten ungefähr proportional und zwarpro Monat 5 cm an Länge und 1 Pfund an Gewicht.
3) Die wichtigsten Zeichen der Reife eines Kindes sind Körper-länge und Gewicht. Nächstdem kommen die Kopfmaasse, dann die äus-seren Merkmale und bei einer Leiche die Grösse der Knochenkerne.
Die Erscheinungen der Schwangerschaft in den mütterlichenGenerationsorganen.
Literatur.
Ueber die Lagen der Tuben u. runden Mutterbänder am schwangeren Uterus.Vgl. Roederer: Icones uteri huniani observationibus illustratae. Göttingen 1759.Tab. I u. Tab. IV. — v. Hunter: Anatom, ut. human, gravidi. Birmingham 1774. —Farre: Uterus and its Appendages in Todd's Gyclop. of Anat. and Physiol. p. 645.