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Lehrbuch der Geburtshülfe für Ärzte und Studierende
Entstehung
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Die Nabelschnur.

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sehen. Dicht über der Einpflanzungsstelle in der Placenta haben sieregelmässig eine Anastomose, welche sich besonders leicht durch Auf-blasen der Arterien demonstriren lässt. Bläst man in die eine Arterieein, so füllt sich auch die andere mit Luft.

Die durchschnittliche Länge der Nabelschnur beträgt 50—56 cm.Die Minimalzahlen sinken bis auf 15, ja sogar 7 cm. Eine so grosseKürze ist zwar sehr selten, eine Verlängerung häufiger und sind schonNabelschnüre bis zu 160, ja 183 und 194 cm beobachtet worden (Neu-gebauer und Schneider).

Je länger die Schnur ist, um so leichter ereignen sich Verschlin-gungen und Vorfälle. Die Dicke ist ganz abhängig vom Gehalt anWharton'scher Sülze. Dicke Schnüre werden fett, sulzarme magergenannt. Die Tragfähigkeit gibt Kehr er (Beiträge etc., 2. Heft,p. 81) zu 6131 g an (aber nur für allmähliche Belastung gültig).

Die Einpflanzung auf der Nachgeburtist zwar nicht mathematisch genau, aber Fig. 50.

meistens ungefähr in der Mitte (Insertiocentralis). Durch Zufälligkeiten rückt die-selbe näher an einen Rand (Insertio late-ralis), ganz an den Rand (Insertio margi-nalis) oder sogar über denselben hinaus, sodass dabei die Gefässe durch die Eihäutezum Rand der Placenta verlaufen (Insertiovelamentosa).

Die einzelnen Gefässe trennen sich da-bei, der Strang löst sich auf in eine fächer-förmige Gefässzone.

Ganz selten spaltet sich die Schnur inzwei oder mehrere Theilstränge, welcheeinzeln in den Mutterkuchen münden (In-sertio furcata).

Am Nabel des Kindes ist zwischendem Amnion, das ohne eigene Gefässe undohne Nerven, also in der Ernährung voll-ständig vom strömenden Blut des Fötus ab-hängig ist, und der gefässhaltigen Hautdes Kindes eine haarscharfe Grenze.

Der erstgenannte Theil ist vergänglich, sobald das Kind geborenist, und genau an der Grenze, welche die Bauchhautcapillaren am Nabel-strang bilden, wird derselbe abgestossen.

Für Literaturangaben verweise ich auf die „Entwicklung der Ei-häute" und „Ernährung, Stoffwechsel und Kreislauf des Fötus".

Capillarkranz an der Grenze vonHaut und Nabelstrang (nach Vir-chow). A Bauchwand, ß Bleiben-des Stück der Nabelschnur, c Ca-pillargrenze.

Athmung, Ernährung und Kreislauf des Fötus.

Solange der Fötus keinen Blutumlauf hat, kann die Ernährungdes Eies nur durch Saftströmung (Osmose) stattfinden.

Zweifel, Geburtshülfe. 2. Aufl. 5