(}2 Das Dotterbläschen.
nur durch einen dünnen weissen Faden — den Dottergang — ver-bunden. Es liegt auch relativ weit weg von der Allantoisinsertion.
Das Nahelblaschen, besser Dotterbläschen, gerade weil es mitdem Nabel später nichts mehr zu schaffen hat, hat Form und Grösseeiner Linse. Sein Inhalt besteht aus glänzend contourirten Fettkugeln(Dotter). Die Farbe ist makroskopisch blass dottergelb. Der Dotter-gang ist meistens schon in frühen Stadien der Entwicklung verödetund nur eine kurze Strecke von dem Bläschen aus zu verfolgen. Gefässesind nur höchst selten darin zu erkennen.
Das Dotterbläschen selbst ist an der menschlichen Placenta fastregelmässig und leicht zu finden. Schultze machte in seiner berühmtgewordenen Veröffentlichung die Angabe, es unter 150 Fällen 140malgefunden zu haben. Ich fand es fast immer, so oft ich danach suchteoder suchen Hess.
Das Amnionwasser oder Fruchtwasser.
Die Quantität beträgt beim reifen Ei durchschnittlich 1 J2 —2 Liter.Fehling fand 680 g (Minimum-Maximum 265—2300 g). Gassner hattegrössere Mengen gefunden: für den 10. Monat 1,877 kg als Mittel aus154 Fällen (vergl. M. f. G. Bd. 19. S. 31). In der ersten Hälfte derSchwangerschaft ist im Verhältniss zur Grösse der Frucht mehr Amnion-wasser vorhanden als später. Dennoch nimmt die Gesammtmenge inder letzten Zeit zu.
Die Färbung ist leicht milchig getrübt von vielen suspendirtenZellen. Die letzteren sind verfettete Hornschüppchen der Oberhaut, Fett,das die ganze Oberfläche des Kindes bedeckt (Vernix caseosa, eigentlichHauttalg) und eine ziemlich grosse Zahl feiner Wollhärchen.
Diese Bestandtheile findet man am leichtesten aus der Flüssigkeitheraus, wenn man eine Nadel mit feinem Widerhaken durch das Frucht-wasser hin- und herschwenkt. Die Zellen und noch mehr die Härchenbleiben an dem Häkchen hängen.
Der Geruch des normalen Fruchtwassers ist leicht fade süsslich,die Reaction schwach alkalisch, das specifische Gewicht 1006—1012(Prochownik). Aeltere Analysen gaben Zahlen von 1004—1028.
Nach den bisher bekannten Analysen ist im allgemeinen der Ei-weissgehalt als sehr schwankend zu bezeichnen, selbst wenn manausschliesslich Bestimmungen nach einheitlicher Methode berücksichtigt(Prochownik von 0,60—5,225 °/oo am Ende der Schwangerschaft).Es scheint der Eiweissgehalt in Fällen von Hydramnion, wenn dies Folgevon Circulationsstauung ist, auch proportional reichlicher vorhanden zusein. Scherrer hatte im 5. Monat 7,67 °/oo, im 8. Monat 0,82 °/oo,Spiegelberg bei einem im 6. Monat aus dem Uterus geschälten Ei1,4 °/oo Eiweiss gefunden. Prochownik fand bis zur Mitte der Gra-vidität ein successives Ansteigen des Eiweissgehaltes im Fruchtwasser.Salze enthält das Fruchtwasser durchschnittlich etwas über 5 °/oo, d. h.so ziemlich die gleiche Menge wie Blutserum.