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Lehrbuch der Geburtshülfe für Ärzte und Studierende
Entstehung
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Das Amnion.

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eine geschlossene CapiUarschlinge. Der ganze Kreislauf der Placenta istvom Kind aus vollkommen abgeschlossen.

Das Aufsuchen von Zotten ist das denkbar einfachste Verfahren. An deruterinen Fläche der Placenta wird mit einer Pincette die zunächst an der Ober-fläche liegende Schicht weggezogen. Diese hat 1—2 rnm Dicke. Dann greift manmit der Pincette tief in die blutgefärbte Masse der Chorionzotten hinein und reissteinen Fetzen Gewebe heraus, welcher in einer Schaale frischen Wassers klein zer-zupft und in Kochsalzlösung sofort auf den Objectträger gelegt wird.

Fig. 49.

Chorionzotten, nach einem gefärbten Präparat. Frische Präparate zeigen nur die Contouren unddie natürliche Füllung der Gefässe mit Blut.

Die innerste Eihaut, welche dem Fötus zunächstliegt, und welcheals Fortsetzung von dessen Bauchhaut zu betrachten ist, heisst

Das Amnion.

Von der Bauchhaut setzt sich diese Membran als Ueberzug desNabelstranges bis zu dessen Einpflanzung in den Mutterkuchen fort (Am-nionscheide des Nabelstranges). Von hier aus bekleidet es die dem Fötuszugewendete Fläche der Placenta und schlägt sich am Rand derselbenüberall auf den Eisack über. In der ganzen Peripherie des Eies, alsoden Eihäuten im engeren Sinn, liegt das Amnion dem Chorion an.Doch sind beide Membranen nur an einander gelagert und mitLeichtigkeit zu trennen.

Mit dem Amnion ist gewöhnlich auch das Nabelbläschen ver-klebt. Der Name könnte leicht dazu verführen, das Nabelbläschen imNabelstrang oder an seiner Einpflanzung in die Placenta zu suchen.Aber da findet es sich nicht. Schon bei jungen Embryonen, z. B. vom3. Monat, liegt es relativ weit vom Nabel entfernt und mit demselben