(30 Die reife Placenta.
Die Placenta
ist ein schwammiger, brüchiger und äusserst blutreicher Körper (Mutter-kuchen oder Fruchtkuchen). Dieselbe hat in der Regel eine ovale Form.Ihre Dimensionen sind 13,5—18,9 cm in den beiden Durchmessern und1,5—1,75 cm in der Dicke. Das Gewicht beträgt 500 g (Mittel aus1492 501,8 Spiegelberg).
Bemerkenswerth ist, dass nach dein genannten Autor das durchschnittlicheGewicht der Placenta bei macerirten Früchten grösser ist.
Das Wachsthum der Placenta schreitet bis gegen Ende der Schwangerschaftfort. Mit der 36. Woche hat dieselbe so ziemlich ihre grösste Entwicklung er-reicht. Die Gewichtszunahme beträgt in den ersten 7 Monaten je ungefähr 100g,im 8. 60 g, im 9. 40 g, im 10. 6 g (Spiegelberg).
Die Durchmesser der Placenta betragen nach Leopold in den einzelnenMonaten:
Monat.
V.
VI. u. VII.
VIII.
X.
Breite.10 u. 12 cm12 u. 13 cm14 u. 15 cm16 u. 18 cm
Dicke.
1-lVs cm
174—2V2 cm
2—272 cm
Die Placenta ist auf der uterinen Fläche, wie schon oben bemerktwurde, mit einer Schicht der Decidua insertionis überzogen, und diesegraugelbe Membran setzt sich am Rande der Placenta unmittelbar aufdie Decidua der Eiperipherie fort. Die mit der Nachgeburt abgehendeDecidua ist die gesammte Reflexa und der mit ihr verklebte Antheil derDecidua vera bis zur Trennungsschichte der spongiös erweiterten Drüsen.Diese letzteren geben der Oberfläche der getrennten Eihäute dasselbeAussehen, welches'oben als bienenwabenähnlich beschrieben wurde. Wasden Sitz der Placenta in der üterushöhle betrifft, so ist derselbeungefähr gleich häufig an der vorderen und hinteren Wand, seltener ineiner Seite und dann häufiger rechts als links (Gusserow, M. f. G.Bd. 27. p. 92. Bidder, Petersb. med. Zeitschr. Bd. XVII. H. 4 u. 5.1869. Schröder, Lehrbuch d. Geburtsh.).Nach innen von der Decidua folgt
Das Chorion.
Dasselbe ist die resistenteste Eihaut, und von ihr gehen an derPlacenta die reich verzweigten Chorionzotten ab. Dass dieselben an-fangs ringsum vorkommen, in der spätem Entwicklung aber bis auf diePlacentarstelle atrophiren, wurde schon mitgetheilt.
Jede einzelne Zotte trägt ihren Epithelmantel und einen binde-gewebigen Stock. Die einzelnen Elemente sind zwar nicht immer leichtzu erkennen, besonders nicht an frischen Placenten. Eine nicht zu weitgediehene Maceration befördert die Trennung der einzelnen Zellen. DerEpithelmantel ist dann oft wie ein Handschuhfinger abzustreifen. Viel-fach sind Epithelsprossen zu beobachten, welche Vorstadien eines neusich bildenden Seitenzweiges sind. In jede Chorionzotte geht ein Aestchender Arteria umbilicalis ein und bildet mit einer zurücklaufenden Vene