Die reife Flacenta. 59
Stoffwechsel, Athmung, Ernährung und Kreislauf.
Schwartz: Die vorzeitigen Athenibewegungen. Leipzig 1858.— Pflüger:Ueber die Ursache der Athembewegung. Pflüger's Arch. Bd. I. 1868. p. 61. —Schultze: Die Placent.-Respiration des Fötus. Jena'sche Z. f. Med. u. Naturw.Bd. IV. 1868. Der Scheintod der Neugebomen. Jena 1871. — Zweifel: Die Re-spiration des Fötus. A. f. G. Bd. IX. p. 291. 1876. — Zuntz: Pflüger's ArchivBd. XIV. Heft 11 u. 12 u. ibid. Bd. XVI. - Fehling: A. f. G. Bd. XI. p. 523,Bd. XII. p. 331 u. Bd. XIV p. 221. — Ahlfeld: A. f. G. Bd. XIII. p. 160, Bd. XIV.p. 286. C. f. G. 1877. p. 15. — "Wiener: Zur Frage des fötalen Stoffwechsels.A. f. G. Bd. 23. p. 183. — Wurster: Zur Tokotherruornetrie. Diss. Zürich 1869u. Berlin, klin. Wochenschr. 1869. Nr. 37. — Alexeeff: A. f. G. Bd. X. p. 141. -Rüdinger: Ueber d. Topographie der beiden Vorhöfe etc. Journ. f. Kinderkrank-heiten Bd. 29. 1871. p. 402. — Henle: Handbuch der Gefässlehre. Das Herz. p.7 u. 39. — Dührssen, A.: A. f. G. Bd. 32. p. 329.
Am Ende der Schwangerschaft ist das Ei mit der Uteruswandnur noch in lockerer Verbindung. Wesentlich ist es nur noch eine Stelle,an welcher es fester haftet, nämlich die Placentarhaftfläche. Da habensich die Hauptstänimchen der Chorionzotten in die Decidua oberflächlicheingeankert. An dem übrigen Umfang des Eies sind im Verlaufe derSchwangerschaft alle Zöttchen untergegangen. Die einzelnen Membranenhängen zwar noch an einander, aber nur lose, so dass eine Trennungsehr leicht möglich ist. Doch ist auch die Verklebung noch fest genug,um die Eihäute bei ihrem Abgang in Zusammenhang zu halten.
Das reife Ei besteht zunächst 1) aus dem reifen Kind, dem wirunsere Aufmerksamkeit noch zuwenden müssen; 2) aus der Placenta undden Eihäuten; 3) aus dem Nabelstrang als Verbindungsgang zwischenKind und Placenta und 4) aus dem Fruchtwasser.
Bei der Geburt geht zuerst das Kind durch einen Riss der Ei-häute ab und nach der vollendeten Ausstossung der Frucht folgt diesogenannte Nachgeburt (Secundinae), bestehend aus der Placenta,den Eihäuten und dem Nabelstrang.
Die Trennung der Nachgeburt von der Gebärmutterwandgeschieht ringsum in der spongiös erweiterten Drüsenschichtder Decidua (vergl. oben Fig. 46), so dass normalerweise ringsumetwas mütterliches Gewebe mit dem Ei abgeht.
Also sitzt auch auf der uterinen Fläche der Placenta stets eineSchicht der Decidua insertionis, welche sich als graue Membran vonverschiedener Dicke präsentirt und Placenta materna genannt wird.Erst unter derselben und wenn sie mit einer Pincette abgezogen ist, be-gegnen wir dem fötalen Antheil, den Chorionzotten (Placenta foetalis).
Auf der uterinen Fläche sieht die Decidua überall schon mit blossemAuge uneben buchtig aus. Sie ist mit Bienenwaben zu vergleichen, in-dem flache Vertiefungen von einem Netzwerk von leicht vorspringendenGewebsleisten umsäumt werden. Dieses Aussehen, welches der Membranden Namen „Siebhaut" eingebracht hat, stimmt ganz überein mit dem obenGesagten, dass die Trennung in der Schicht der spongiös erweiterten Drüsenvor sich gehe. Dieses Aussehen entscheidet schon makroskopisch die Ansichtvon Langhans, dass die Trennung innerhalb der Drüsenschicht geschehe.