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Die Reifungsvorgänge des Eies.
Das ist nun durch die neuesten Untersuchungen, besonders durchOscar Hertwig und Bütschli aufgeklärt worden.
Das Ei ist, so wie es im Eierstock getroffen wird, noch nichtbefruchtungsfähig — es muss erst noch bestimmte Veränderungen durch-machen, welche als „Reifung des Eies" bezeichnet werden.
Diese „Reifungsvorgänge" bestehen nun gerade in dem Ver-schwinden und in der Umbildung des Keimbläschens und sind imwesentlichen Ausscheidung der „Richtungskörperchen oderPolzellen" und Bildung des Eikerns.
Begreiflicherweise konnten diese Lebensvorgänge nur an niederenim Wasser sich entwickelnden Eiern studirt werden. Die ersten Unter-suchungen wurden an Eiern von Echinodermen, speciell dem Seeigelvorgenommen. Da jedoch seit dem ersten Hinweis auf diese Vorgängeeine Bestätigung für viele andere Species erfolgte und auch bei denEiern der Säugethiere diese früher nicht verstandenen „Richtungskörper-chen" zu finden sind, ist es sicher, dass diese Reifungsvorgänge eine
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Bildung der Polzellen bei Asterias glacialis (nach Hertwig).In Fig. I ist die Polspindel (sp) an die Oberfläche des Eies gerückt. In Fig. II hat sich einkleiner Hügel (rk') gebildet, der die Hälfte der Spindel aufnimmt. In Fig. in ist der Hügel zueiner Polzelle (rk') abgeschnürt. Aus der Hälfte der früheren Spindel ist wieder eine zweite voll-ständige Spindel (sp) entstanden. In Fig. IV wölbt sich unter der ersten Polzelle ein zweiterHügel hervor, der sich in Fig. V zur zweiten Polzelle (rk2) abgeschnürt hat. Aus dem Rest derSpindel entwickelt sich der Eikem (ek) in Fig. VI.
durch die ganze Thierwelt verbreitete Lebenserscheinung der Eier sind.Wir folgen in der Darstellung genau dem Lehrbuche 0. Hertwig's.
Das Keimbläschen, das bis dahin die Mitte des Eies einnahm,rückt langsam der Oberfläche näher. Es gibt seine runde Form auf,schrumpft, die Kernmembran schwindet, so dass Flüssigkeit in den um-gebenden Dotter auszutreten vermag. Der Keimneck wird undeutlichund scheint sich schliesslich aufzulösen, und aus einem Theil geradedieses sich auflösenden Keimfleckes bildet sich eine Kemspindel, alsogerade jene Formerscheinung der lebenden Zelle, die allgemein als dieVorbereitung zur Zelltheilung bekannt ist.