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Lehrbuch der Geburtshülfe für Ärzte und Studierende
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33
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Die Ausscheidung der Richtungskörperchen. 33

träge zur Kenntniss der Zelle und ihrer Lebenserscheinungen. III. Thi. Arch. f.mikrosk. Anat. Bd. XX. p. 186. 1881; vgl. noch Flemming: Zellsubstanz,Kern u. Zelltheilung. Leipzig 1882 u. van Beneden: Recherches sur la matura-tion de l'oeuf, la fecondation etc. 1883. v. Sehlen: Beitrag zur Lehre von d.Mikropyle. Diss. inaug. Göttingen 1881. Von der Existenz einer einzelnen prä-formirten Mikropyle ist beim JSäugethierei nichts zu sehen. Oscar Hertwig:Lehrbuch der Entwicklungsgeschichte des Menschen und der Wirbelthiere, 2. Aufl.Jena 1888.

Die Befruchtung geschieht durch das Eindringen einerSamenzelle in das Ei.

Es hat lange Zeit gebraucht, bis die mystischen Vorstellungenvergangener Zeiten überwunden waren und man sich zu der Einsichterhob, dass das Wesen der Befruchtung in einer materiellenVereinigung von Keimzellen der beiden Geschlechter liegt.Den Grund zu unserem heutigen Wissen legte der Abt Spallanzani,dessen Untersuchungen zunächst bei Frosch- und Kröteneiern die Noth-wendigkeit vom Zusammentritt der zweierlei Keimzellen bewiesen haben.

Fig. 5.

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A B

Die Rückbildung des Keimbläschens (Reifung des Eies) bei Asterias glacialis (nach Hertwig).

In Fig. A beginnt dasselbe zu schrumpfen, indem ein Protoplasmahöcker (x) in sein Innereseindringt und die Membran daselbst auflöst. Der Keimfleck (kf) ist noch deutlich, aber in zweiSubstanzen, Nuclein (nu), Paranuclein (pn) gesondert.

In Fig. B ist das Keimbläschen (kb) ganz geschrumpft, seine Membran aufgelöst, der Keim-fleck nur noch in kleinen Resten vorhanden. In der Gegend des Protoplasmahöckers der Fig. Aist eine Kernspindel (sp) in Ausbildung begriffen (Hertwig).

Durch ihn und von da an schwand die mystische Vorstellung von derAura seminalis, welche seit de Graafs Zeiten die Wissenschaft inVerirrung erhalten hatte.

Die Neugier der Wissenschaft kann noch nicht dabei stehenbleiben, zu wissen, dass die Spermatozoen in die weibliche Keimzelleeindringen, man möchte gern dieses geheimnissvolle Wunder noch tieferergründen. Und geheimnissvoll und wunderbar ist es zu nennen, dassdiese zwei winzigen Keimzellen im Stande sind, dem neu entstehendenIndividuum die Mischung körperlicher und geistiger Eigenschaften zuübertragen, die man tausend- und tausendfach in derVererbung" vonden Eltern auf ihre Kinder übergehen sieht.

Die frühere Lehre lautete, dass die erste Aenderung desEies nach der Befruchtung das Verschwinden des Keim-bläschens sei.

Zweifel, Geburtsliülfe. 2. Aufl. 3