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Lehrbuch der Geburtshülfe für Ärzte und Studierende
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32
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32 Die Fortbewegung des Eies.

trächtig. Von Eschricht, einem Anatomen in Kopenhagen, ist bei einem Fall,der eine äussere Ueberwanderung bewies, zuerst von dem Beobachter die richtigeDeutung gegeben worden (1832) l ). Aeltere Fälle, welche ebenfalls dafür sprechen,stammen von Czihak, D. i. de graviditate extrauterina etc. Heidelberg 1824(citirt Kussmaul 1. c. p. 135); dann weitere von Dreyer; publicirt in El. v. Sie-bold's Journal f. Geburtsh. 1835. Bd. XV. p. 142148 und referirt in SchmidtsJahrb. 1835. Bd. VII. Heft 1. p. 75 u. Kussmaul 1. c. p. 145. Scanzoni, Ein-hömige Gebärmutter mit verkümmertem links gelegenem Nebenhorn, im rechtenEierstock das frische Corpus luteum verum. Verhdlgn. d. physikalisch-med. Ge-sellschaft zu Würzburg. Bd. 14. 1854 u. Scanzoni, Beiträge z. Geburtskunde u.Gynäkologie. Bd. I. Heft 1. Mit 2 Abbildgn. Kussmaul in seinem Buch p. 324u. ein zweiter Fall Kussmaul, M. f. G. Bd. 20. p. 295 u. in d. D. i. v. Maurer,Von der Ueberwanderung des menschl. Eies. Erlangen 1862. Luschka, M. f. G.Bd. 22. p. 31. 1863. Späth, Wiener med. Presse 1866. Nr. 1. Biesiadecki,Wochenblatt der Gesellschaft d. Wiener Aerzte 1866. Nr. 30. Weber von Eben-hoff, Wiener med. Presse 1867. Nr. 50 u. 51. Anonymus in der New York med.Gaz. vom 12. November 1870, referirt in Virchow-Hirsch's Jahresbericht 1870. H.p. 522. Leopold, Arch. f. Gyn. Bd. X. p. 248. 1876.

Für die innere Ueb erwanderung des Eies, wobei das Ovulum durcheine Tube und die Gebärmutterhöhle sogar nach der zweiten Tube dringen muss,spricht beim Menschen ein Fall, der von Schulize beobachtet wurde (D. i. Jena1868 von Hassfurther, Von der Ueberwanderung des menschl. Eies. p. 55). Essoll das Abdominalende der einen durch Schwangerschaft ausgedehnten Tubedurch alte Adhäsionen verschlossen gewesen sein.

Bei Thieren mit getrennten Uterushörnern war ein Wechseln des Eies auseinem in das andere Hörn schon früher mit Sicherheit nachgewiesen worden.

Inhaltsübersicht.

1) Die Graafschen Follikel und die von ihnen umschlossenen Eierbilden sich aus Ei- bezw. Follikelketten, den sogenannten Pflüger'schenSchläuchen. Diese sind ihrerseits Einsenklingen des Keimepithels.

2) Das Platzen der Graafschen Follikel (die Ovulation) -findetperiodisch und ungefähr gleichzeitig mit der Blutausscheidung aus derGebärmutterschleimhaut (Menstruation) statt. Aus dem zurückbleibendenGraafschen Follikel bildet sich das Corpus luteum und zwar geivöhn-lich das Corpus luteum spurium; wenn eine Schivangerschaft eintritt, dasCorpus luteum verum.

3) Die Befruchtung erfolgt da, wo sich dies nachweisen lässt, alsobei den Thieren regelmässig im Eileiter. Die Samenzellen rücken durchihre Eigenbewegung, die Eier durch die Flimmerung des Tubenepithels vor.

Die Reifung und Befruchtung des Eies.

Literatur.

Hensen: Physiologie der Zeugung. S. 113127; vgl. das Citat aus OscarHertwig p. 37 u. 126; dann die Originalarbeiten von Oscar Hertwig, Morpho-logisches Jahrbuch, herausgegeben von Gegenbauer. Bd. I. 1876. p. 347 u. ff.;ferner Bd. III. S. 1 u. ff. 1877 u. Bd. IV. S. 156 u. ff. 1878. Flemming: Bei-

i) Vergl. Kussmaul, Von dem Mangel, der Verkümmerung und Verdopp-lung der Gebärmutter. Würzburg 1859. p. 322..