2(3 Das Corpus luteum.
Blut gefüllt werden; doch wird dies nicht in jedem Fall kommenmüssen, da beim Ausreissen der Wand Blutgefässe recht gut verschontbleiben können.
Die Regeneration des Eibläschens ist von Waldeyer ([5] p. 96)mit vollstem Recht mit den Vorgängen bei der Wundheilung und derVerödung fötaler Wege verglichen worden. Aus der Wand des Follikelskommen Wanderzellen, treiben gleichsam das frühere Follikelepithelvor sich her und organisiren sich zu Bindegewebe. Auch die Epithel-zellen wuchern und verfetten, so dass eine Pseudodottermasse darausentsteht.
Durch das Vorwachsen jungen Bindegewebes wird die abgehobeneFollikelwand in Falten gelegt. Durch die Pseudodottermasse entsteht
die gelbe Farbe (Corpus luteum). SchliesslichFig 4_ entsteht durch das Vordrängen des jungen Binde-
gewebes eine gleichmässige Durchwachsung derepithelialen Theile, die Pseudodottermasse wirdresorbirt, etwaige Blutreste geben Hämatoidin-krystalle, das Bindegewebe schrumpft und bildeteine Narbe (Corpus albicans). Wenn eineSchwangerschaft eintritt, so wird das ent-Frisches Corpus luteum. sprechende Corpus luteum durch Vergrösserungder Wucherungszone viel voluminöser. Mannennt es dann Corpus luteum verum, also danach die gewöhnlichenCorpora lutea falsa oder spuria. Mit grösster Wahrscheinlichkeitist die stärkere Wucherungszone ein Effect des mit der Schwangerschafteinhergehenden Blutreichthums.
Die Eireifung und Eilösung (Ovulation) kommt nun blos in demgeschlechtsreifen Alter vor, also von der Pubertät bis zum Anfang derklimacterischen Jahre (15. bis 47. Lebensjahr). Ja, dieser Vorgang istgerade das Merkmal des Lebens Blüthe und Reife.
Der Zusammenhang zwischen Ovulation und Menstruation.
Es ist eine Frage der grössten Bedeutung für Theorie und Praxis,ob diese beiden Vorgänge zusammenhängen und welches ihre Beziehungensind. Darüber gab es noch vor einigen Jahren eine feste Lehrmeinung.Heute wird diese von den verschiedensten Seiten angefochten. DieserStand macht es zur Aufgabe, die Für und Wider zu erwähnen.
Irgend welche Gedanken über die Ovulation konnte man sich erst machenseitdem man die Eier kennt. Darauf folgte die recht wenig überlegte Irrlehrevon Carus, dass die Eier sich nur" in Folge des Coitus lösten. Länger als siees verdiente, blieb diese Hypothese unangefochten, trotzdem nur eine einzigeUntersuchung der Ovarien einer Virgo intacta die Unhaltbarkeit erwiesen hätte.
Wenn wir gerecht sein wollen, müssen wir anerkennen, dass die Richtig-stellung der Lehre von einigen französischen Aerzten angebahnt wurde. Gendrinstellte eine Spontanruptur der Grraaf'schen Follikel auf, Negrier versuchte dieselbeThese durch zwei höchst unglücklich ausgewählte Beobachtungen an der Leiche