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Lehrbuch der Geburtshülfe für Ärzte und Studierende
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Anatomie des Eierstockes

Schicksal. Billroth beschreibt bei einem 4 Monate alten menschlichen Fötusdie Entwicklung der Graafschen Follikel durch Abschnürung von langen cylin-drischen Schläuchen.

Erst die Untersuchungsreihe Pflüger's (siehe Literaturnachweise)brachte neue Vorstellungen über die Bildung der Graafschen Follikelin Aufnahme. Danach gehen die Eier und die Graafschen Follikelaus besonderen, von der Oberfläche in das Stroma sich einsenkendenDrüsensträngen hervor, die unter dem Namen der Pflüger'schenSchläuche bekannter geworden sind. Es sind Schläuche mit grösserenZellen (Eiern) in der Mitte und mit kleineren an der Wand. DurchAbschnürung kommen die einzelnen Eier in abgesonderte Bläschen. Voncardinaler Bedeutung ist nun der Nachweis Waldeyer's, dass diese

Fig. 3.

Partie eines sagittalen Durchschnittes vom Ovarium eines neugeborenen Kindes [Hartnack 3 /7] (nachWaldeyer). a. Bierstocksepithel, h. Anlage eines Ovarialschlauches. c.c. Eier im Epithel ge-legen, d.d. Ovarialschlauch. e.e. Eiballen, f. Jüngste bereits isolirte Follikel, g.g. Gefässe. Inden Schläuchen und Eiballen sind die Primordialeier und die kleineren Epithelzellen, das spätere

Follikelepithel, zu unterscheiden.(Waldeyer aus Stricker's Handbuch der Gewebelehre. Fig. 198.)

schlauchähnlichen Gebilde Einsenkungen des an der Ober-fläche des Ovariums liegenden Keimepithels sind und dieSchlauchform des Bildes etwas mehr oder weniger zufälliges sei.H. Meyer nennt dieselben Eiketten und Follikelketten.

Waldeyer lässt auch die Wandung der Graafschen Follikelvom Keimepithel abstammen; Kölliker dagegen leitet dieselben vonMarksträngen ab, welche von der Urniere in das Ovarium vorwachsen,also nur mittelbar vom Keimepithel entstehen.

Ursprünglich ist das Ovulum von einer, später von mehrerenSchichten von Granulosa-Zellen umgeben. In diesen Schichten entstehteine Spalte, eine Lage hält an der Innenfläche des Follikels fest, dieanderen ziehen sich zu einem Haufen, dem Cumulus proligerus, zu-sammen (siehe Fig. 2).