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die einzelnen Follikel aus dem Ovarium herauszuschälen. Die Zellender Membrana granulosa stammen nach Waldeyer vom Keimepithel,nach Kölliker aus Marksträngen, die von der Urniere vorwachsenund nur indirect vom Keimepithel abzuleiten sind.
Unerlässlich ist für das Verständniss dieser anatomischen Thatsachen dieEinbryogenese. Wir folgen in diesen Ausführungen den epochemachenden Unter-suchungen Waldeyer's und Kölliker's. Das Keimepithel gruppirt sich beimMenschen und den höheren Säugethieren an einer bestimmten Stelle neben denMesenterialplatten und bildet hier die Keimdrüsen. Beim Menschen wächst dieKeimdrüse etwa in der 5. bis 6. Woche der Entwicklung an der vorderen innerenSeite der Wol ff sehen Körper als Streifen. Beim Hühnchen-Embryo ist der Eier-stock nach den Untersuchungen Bornhaupt's entschieden eine Verdickung desPeritonealepithels und von der Urniere — dem Wolffschen Körper — durch einGefäss getrennt. Waldeyer nennt diese Gegend die Regio germinativa. In der
Fig. 2.
Graafscher Follikel mit Ei. 1. Stroma ovarii. 2. Gefässe. 3. Tlieca folliculi, i. Memb. granulosa.5. Discus proligerus. 6. Ei und zwar Zona pellucicla. 7. Dotter. 8. Keimbläschen und Keimfleck.
äusseren Form ist aber nach Kölliker beim Säugethiere ein Unterschied zwischenKeimepithel und dem übrigen Peritonealepithel in der ersten Entwicklung nichtaufzustellen. Doch bildet sich aus der Anhäufung des Epithels an jener bezeichnetenStelle die Keimdrüse und ein Theil der inneren Genitalien aus. Das Keimepithelselbst stammt nach Untersuchungen von His, die soweit auch von Waldeyerbestätigt wurden, vom Axenstrang ab, an dem auch Partieen des äusseren Keim-blattes theilhaben.
Im höchsten Grade interessant ist Herkunft und Bildung der Eier und ihrerHüllen, der Graafschen Follikel. Nur schrittweise ist man hier in der Erkenntnissvorgedrungen. Zunächst machte Valentin 1 ) auf den röhrigen Bau des em-bryonalen Eierstockes aufmerksam. Diese Notiz blieb ziemlich unbeachtet.Selbst eine 20 Jahre später folgende Bemerkung Billroth's 2 ) theilte dasselbe
') Müller's Archiv 1838. p. 531.a ) Müller's Archiv 1856. p. 149.