in dieser
Achter Abschnitt.25nem Lehrer, und unterstüzte hierdurch wesentlich denForschungsgeist dieses unermüdeten Denkers. Seit Alex-anders Thronbesteigung lebte Aristoteles in Athen, undward der Stifter der peripatetischen Schule, aber nachdem Tode des Königs verließ er Athen aus Besorg-niß, für einen Verächter der Religion erklärt zu wer-den, und begab sich nach Chalcis, auf der Insel Eu-boea, wo er im Jahr 322 vor der christlichen Zeitrech-nung starb.Die Schriften dieses Mannes, dessen Forschungs-geist das ganze Gebiet des menschlichen Wissens der da-maligen Zeit umfaßte, hatten das besondere Schiksal,daß sie bald nach seinem Tode gänzlich verwahrlost undverstümmelt wurden. So lang er lebte gab er keinesseiner Werke heraus; nach seinem Tode erbte Theophrastaus Eresus den gelehrten Nachlaß, und von diesemNeleus aus Skepsis. Die ungekehrten Erben diesesMannes verbargen diese Büchersammlung nebst jener,die Theophrast hinterließ, in einer Höle, aus Besorg-niß, die Könige von Pergamus möchten sich derselbenbemächtigen, und sie ihrer Sammlung einverleiben. Hierlagen sie hundert und neunzig Jahre, bis Apellicon ausAthen diese durch Nässe und Würmer beschädigten Schrif-ten an sich kaufte, die unlesbaren Stellen nach seinem ei-genen Kopfe ergänzte, und dann verbreitete. Dieser Er-zählung Strabo's widerspricht Athenäus, und behauptet,Neleus habe die Manuscripte des Aristoteles an Ptolo-mäus Philadelphus verkauft. Möglich ist es, daß bloß dieim rednerischen und gemeinfaßlichen Vortrag abgefaßten(exoterischen) Schriften von Neleus nach Egypten ver-kauft wurden, denn die Alexandriner kannten einigeSchriften des Aristoteles, die nicht auf unsere Zeitengekommen sind, und daß die in reinwissenschaftlichemVortrag (esoterischen) geschriebenen in Skepsis zurük-geblieben, und von Apellicon nach Athen gebracht wur-2r Band.den.