Geschichte der Griechen,er sich bei dem Euclides in der Dialectic übte. Von dazog er nach Großgriechenland, wo er bei dem Archytaszu Tarent die pythagorische Philosophie studierte, nachSizilien, nach Cyrene zu dem Mathematiker Theophra-stus, und nach Egypten. In diesem Lande blieb er drei-zehn Jahre, und genoß den Unterricht der Priester, dieman in jener Zeit als die einzigen Bewahrer geheimerWissenschaften ansah. Von ihnen hatte vor langer ZeitPythagoras jene Lehren empfangen, die er in der Folgeauf die Staatsverwaltung anwandte, und in der Stern-kunde, Geometrie und andern Theilen der Mathematikwaren die egyptischen Priester unläugbar in jenem Zeit-alter am weitesten gekommen. Im vierzigsten Jahre sei-nes Lebens kehrte Plato nach Athen zurük. Obschon erdurch seine Geburt, seinen Reichthum, und durch die ho-he Bildung ſeines Geiſtes auf die erſten Würden des Staa-tes Anspruch machen konnte, so zog er dennoch den ru-higen Aufenthalt auf seinem Landsitze in der Nähe des vonCimon herrlich eingerichteten Gymnasiums, oder der Aka-demie jeder andern Beschäftigung vor. Hier ward er vonden berühmtesten Männern seines Zeitalters besucht, hiergab er den edelsten Jünglingen aus allen Provinzen Grie-chenlands Unterricht in der Philosophie, unter seinenSchülern waren Aristoteles, Phocion, Hyperides, Ly-curgus und Demosthenes; hier arbeitete er jene Schrif-ten aus, deren hoher Werth selbst von jenen anerkanntist, die seine Lehrsätze verwerfen. Ueber vierzig Jahrelebte er in dieser glüklichen Abgeschiedenheit, und ver-ließ dieselbe nur zweimal (wir haben seiner ersten Reisebereits oben erwähnt; er war dreimal in Sicilien) ausFreundschaft für den Syrakuser Dion, den Schwagerdes ältern Dionys, fruchtlos und mit Gefahr seines Le-bens, indem er den Nachstellungen des jüngern Dionysund seiner Gefangenschaft nur durch die Bemühungen sei-nes Freundes Archytas entgieng. Er starb im ein undachtzigsten Jahre seines Lebens.Seine
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