Geschichte der Griechen,170Abtheilung gegen den Indus vorangeschikt, theils umdie Wege bis zu diesem Fluß von den Streifereien derBewohner zu reinigen, theils den Uebergang über densel-ben vorzubereiten. Alexander selbst durchzog mit der Ab-theilung des Heeres, die unter seiner unmittelbaren Anfüh-rung geblieben war, unter beständigen Gefechten die Gebieteder kleinen Völkerstämme der Aspier, Abissaren und Assa-caenen, eroberte mehrere Städte mehr durch Ueberra-schung der ungerüsteten Völker, als durch Gewalt, undbezwang die für uneinnehmbar gehaltene FelsenfestungAornos am westlichen Gestade des Indus. Nach einerSage war selbst die Kraft des Herkules, den Alexanderunter seine Stammväter zählte, dem Versuch der Erobe-rung dieser Burg gescheitert, aber diese Sage war sehrwahrscheinlich ersonnen, um der Eitelkeit des Königs zuschmeicheln, der sich über alle Menschen der Gegenwartund Vorzeit unendlich erhaben wähnte. Sechzehn Tagebrachte er auf dem Zuge von dem Cophenes bis zu demIndus zu, und fand alles zu dem Uebergang über diesenFluß in Bereitschaft. Hier unterwarf sich ihm einer derKönige des Landes, Namens Omphis, und beschenkteihn mit sechs und fünfzig Elephanten und andern seltenenErzeugnissen seines Gebietes. Alexander bestättigte die-sen Fürsten in dem Besiz seines Staates, aber er forder-te von ihm die Vereinigung seiner Krieger mit dem mace-donischen Heere. Omphis nahm jezt den Namen Taxi-les an, vereinigte siebentausend seiner Reiter mit denMacedoniern, und begleitete den König auf seinem fol-genden Kriegszuge.Wir müssen hier des Desuches erwähnen, den Alex-ander auf dem Zuge von den Ufern des Cophenes an denIndus in der Stadt Nyſa machte. Dieſe alte Stadt lei-tete ihre Abstammung von dem Zuge des Bachus an dieGränze Indiens in dem heroischen Zeitalter der Grie-chen her, und durfte ſich ihres Urſprunges gegen denKö-
4,gewohnhundertbunden