Geschichte der Griechen,32zu der Zeit nach Sparta, wo die gymnastischen Spie-le gefeiert wurden. Die Ephoren erlaubten nicht, daßdie öffentlichen Lustbarkeiten unterbrochen wurden, ob-schon fast alle Familien in Sparta den Verlust einesihrer Glieder zu bedauern hatten. Von siebenhun-dert Bürgern waren vierhundert ein Raub des Schwer-tes geworden, und ausser diesen tausend BewohnerLaconiens. Nie war dem Gemeinwesen eine tiefereWunde geschlagen. Nicht die Todten allein waren zubeklagen, auch die aus der Schlacht entflohenen warenehrlos nach dem Gesetze. An jede Familie ward einVerzeichniß ihrer getödteten Verwandten geschikt; alleöffentliche Tauer ward verboten, und die Ephoren blie-ben gegenwärtig auf dem Schauplaz, wo die öffentli-chen Spiele ohne Unterbrechung fortgesezt wurden. Amfolgenden Morgen versammelten sich die Väter und Ver-wandten der im Treffen Gefallenen auf dem Markte.Sie grüßten und umarmten sich mit heiterer Miene,während die Verwandten der von dem Schlachtfeldezurükgekehrten in ihren Wohnungen das Schiksal dieserFlüchtlinge beweinten. Es war gefährlich in einemZeitpunkte, wo die Republik einem neuen Angriff aus-gesezt war, so viele Bürger von Sparta, und darunterviele der vornehmsten Einwohner, nach Lykurgs altenGesetzen ehrlos zu erklären. Agesilaus, der in solchenFällen nie verlegen war, machte den Antrag, zu be-schließen, das alte Gesez sey an dem Tage der Schlachtvon Leuctra ungültig gewesen. Dieser Antrag wardgenehmigt, und durch diese Erklärung wurden dieFlüchtlinge von der öffentlichen Schande befreit.Die Folgen dieses Sieges wurden sehr baldsichtbar; mehrere der kleinen Staaten des Pelopon-nes entzogen sich der Herrschaft Sparta's, nur Athen,dem der schnelle Wachsthum einer so nahe gelegenenStadt mit Recht Besorgnisse erwekte, beschloß in demBünd-
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