233Schönen mit ewig unveränderlichen blühenden Rosenwangen, —feiste alte Damen endlich, mit gränlichen Katzenaugen und imbesten Sonntagsstaate. — Nun, je häßlicher Einer ist, je mehrzahlt er, besonders wenn die Abbildung so getreu ist, daß ihnseine nächsten Bekannten nicht wiedererkennen. Das Portrait-malen ist im Ganzen eine geringe Kunst, die gut bezahlt wird,und deshalb begibt sich aller Künstlerabfall an dieses Geschäft.Aber Jammer, daß auch die Besten, z. B. ein Hilde-brandt, Schadow, Sohn, Ittenbach u. And. zuweilen gezwungensind, größere Werke für die Unsterblichkeit gleich nach der gei-stigen Empfängniß zu ersticken, weil sie einen großen Theilihrer Zeit mit Copiren von Alltagsgesichtern verlieren. — Alleindas muß und wird sich ändern, und schon ist die Zeit nahe,da, wie wir hören, der Kunstverein Sohn für seinen „Tassound die beiden Leonoren“ 2000 Thlr. zahlen will. Wenn solchePreise aufkommen, so sind glücklicherweise die großen und reichenHerren, die ihr Gesicht von großen Malern copirt haben wollen,genöthigt, auch sehr große Summen zu bieten, oder, wenn siedies nicht wollen, zu unbedeutenden Künstlern ihre Zuflucht zunehmen. Ein ächter Maler sollte eigentlich keine anderen Stoffe.zur Darstellung nehmen als selbstgewählte..Es kann nicht unsere Absicht sein, hier weitläufige Erör-terungen über die Portraits der düsseldorfer Schule zu versu-chen, und durch Tadel oder Lob von Bildern, deren Originalezuverlässig uns selbst und der Mehrzahl der Leser unbekanntsein müssen, Zeit und Mühe zu verschwenden. Wir führenpflichtgemäß eine traurig lange Liste der Taglöhnerproductionenauf, und finden es unnöthig, dabei zu versichern, daß viele der
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Die Düsseldorfer Malerschule und ihre Leistungen seit der Errichtung des Kunstvereines im Jahre 1829 : Ein Beitrag zur modernen Kunstgeschichte
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