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Die Düsseldorfer Malerschule und ihre Leistungen seit der Errichtung des Kunstvereines im Jahre 1829 : Ein Beitrag zur modernen Kunstgeschichte
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162Wer ein solches Bild nach einem Gedichte reproduciren kann,muß gleiches poetisches Gefühl mit dem Dichter im Busen tragen,und kann der Poesie mit seinem Pinsel gebieten.61. Wie in dem Hirtenknaben der kecke Lebensmuth desstarken Geschlechts, wird in dem „ruhenden Bauermädchenvon Becker die natürliche Anmuth und Lieblichkeit des schönenGeschlechts verherrlicht. Das Süßnaive und Svelte dieses liebenGeschöpfes muß den kältesten Kritiker entwaffnen und bezaubern.62. Als würdiges Seitenstück erwähnen wir die „Kirch-gängerin“ von Blanc, wo die schalkhafte Natürlichkeit diehübsche Maske der Demuth und Frömmigkeit angenommen hat.Die Schöne trägt das Gesangbuch unter dem Arme, hat dieAugen hübsch niedergeschlagen und ist im mittelalterlichem Pracht-costume dargestellt.63. Wittig's blondlockiger „Edelknabe“ im rothenSammetwamms und mit der perlmuttereingelegten Flinte hatviele Herzen erobert. Colorit durchsichtig und klar, Behandlungfrei und sicher.64. Mit dem gefühltesten Lobe begrüßen wir auch Kor-nek's „altdeutsche Spinnerin,“ welche den Faden der feinenHand entgleiten läßt und träumend zum blumenbekränzten Fensterhinaus ihre Seufzer dem entfernten Geliebten nachsendet. Das