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Die Düsseldorfer Malerschule und ihre Leistungen seit der Errichtung des Kunstvereines im Jahre 1829 : Ein Beitrag zur modernen Kunstgeschichte
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95gesitzt er jedoch Zurückhaltung und klaren Verstandschieht.genug, so werden seine Darstellungen lohnenden Beifall erhal-ten, da sie das Schöne und Geliebte in sichtbarer Gestaltwiedergeben.Der schwierigste Weg zum Siege ist aber, wenn der Künst-ler die Gestalten seiner eignen Phantasie in äußeren Formen er-scheinen lassen will. Diese Gestalten sind dem Zuschauer fremd,und sie müssen also durchaus eine allgemein menschliche Ideeveranschaulichen, wenn sie verstanden werden sollen. DieGrenzen der Malerei sind eng gezogen, und sie kann nureinen Klang aus der Tonleiter des Schönen erklingen lassen,wogegen der Poesie hundert zu Gebote stehen. Das ist dasgroße Hinderniß, wodurch auch bessere Künstler zu Grundegehen, und nur die besten können freie Phantasiebildererschaffen.Fragen wir nun, haben die Maler das Gebiet derGeschichtsscenen völlig ausgebeutet? so muß die Antworterfolgen: keineswegs; im Gegentheil wurde mit unbegreif-licher Geschmacklosigkeit das Charakteristische übergangen, unddas Localwichtige oder Staatsactionsmäßige unaufhörlich abge-pinselt. Wir können hier nur zurückdeuten an das oben überSchlachtgemälde Gesagte, und erinnern an die zahlreichen hi-storischen Bilder in München, welche der Geschichte Baiernsentnommen sind, oder auch an die Gallerie von Versailles, dievor zwei Jahren auf Befehl Louis Philipp's fabricirt wurde.Wozu diese historischen Darstellungen unbedeutender Begeben-heiten, von dem patriotischen Zwecke abgesehen? Eine einzigeSeite eines alten Chronisten macht uns mit dem Geiste derVergangenheit treuer und genauer bekannt, als hundert dieserBilder; und das Hauptpostulat der Kunst: Schönheitsgefühl,