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Die Düsseldorfer Malerschule und ihre Leistungen seit der Errichtung des Kunstvereines im Jahre 1829 : Ein Beitrag zur modernen Kunstgeschichte
Entstehung
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74Farben würden die Leser das Gewand der Poesie sich wählen?Vielleicht aus der klaren Azurfarbe des Himmels, verbundenmit dem Weiß der Unschuld, um anzudeuten, daß auch die Poesiesich selbst unbewußt ist; oder aus dem zarten Rosa der Morgen-röthe und dem strahlenden Gold der Sonne? Herr Köhler hateinen andern Geschmack und hat die Poesie in die Farben derSchlangenhaut und des Blutes gekleidet: das Obergewand istolivengrün, und das Unterkleid dunkelroth. Nun, wir wünschenihm Glück dazu und hoffen, daß die Auffassung seiner zukünftigenBilder der wundervollen Technick analoger und frei von Auto-ritätsglauben (die getadelte Poesie erinnert in ihrer Haltunggar sehr an die Raphaelische) sein möchte17. Die „Charitas“ des Directors W. Schadow wurdevon K. Gutzkow eine Mutter der Fruchtbarkeit genannt; diesemspöttischen Vorwurfe wissen wir, da das Factum nicht wohlbestritten werden kann, nichts Anderes zu entgegnen, als daman in gewissen Dingen des Guten nicht zu viel thun kann.Und es kann nicht geleugnet werden, daß die vier dargestelltenKleinen allerliebst und unübertrefflich reizend sind, auf ihreWeise ebenso sehr wie die Mutter, an welcher jedenfalls keineFolgen der Fruchtbarkeit bemerkbar sind. Mit gelb und rothemGewande bekleidet, sitzt sie in einer reichen Landschaft untereinem Baume, an dem ein grüner Teppich aufgehängt ist, undumschließt voll Zärtlichkeit und Muttermilde mit beiden Armenihre Kinder. Ein kleines halbwaches träumendes Kindchen miteinem Epheukranze im Haar ruht in ihrem Schooße; eine kleineSylphide ist links schmeichelnd ihr genaht; das dritte Kindein blondlockiger Knabe, kniet rechts auf ihrem Schooße und ist