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Die Düsseldorfer Malerschule und ihre Leistungen seit der Errichtung des Kunstvereines im Jahre 1829 : Ein Beitrag zur modernen Kunstgeschichte
Entstehung
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68letzten syrischen Christen durch die Türken,“ „Christenscla-vinnen beim Fest der Odalisken.“ Wir lieben solche prätentiöseDarstellungen nicht, welche die menschlichen Leidenschaften nuran ihrer Oberfläche streifen, und dem Gefälligen und Auffallen-den das Wahre und Ergreifende opfern. Das Hauptmotiv derfranzösischen Schule: Effecterregung, dessen Nachahmung im ge-wissen Sinne wir oben Hildebrandt zum Vorwurf machten,tritt bei Stilke augenscheinlich hervor, und verdunkelt seinebesseren Eigenschaften.Wohl das bedeutendste und schönste Bild Stilke's ist:„die Pilger in der Wüste.“ Gebückt und mit bloßemHaupte sitzt ein Pilgergreis mit verzweifelnder Miene auf demBoden; an seine Seite schmiegt sich seine Tochter und starrtmit apathischem Ausdrucke vor sich hin, indem sie über demKnie des Vaters die Hände gefaltet hat. Auf der andernSeite krümmt sich ein kleiner Mulatte im Todesschmerze, wäh-rend ein hinter dem Alten aufrechtstehender Ritter seine Blickeweit in die Ferne sendet und dort Rettung zu gewahren scheint.Diese letztere Situation ist unzweifelbar sehr fehlerhaft, da derZuschauer nichts von diesem erlösenden Zeichen gewahrt, undin jedem historischen Bilde ein Abgeschlossenes dargestellt werdensoll. Auf diese Art wird der Zuschauer so arg getäuscht, wieder Ritter, dessen Blicke vermuthlich andeuten sollen, daß ereine Fata Morgana sieht. Als Seitenstück zu dem Mulattenliegen im Hintergrunde zwei todte Rosse. Worauf es in diesemBilde sehr ankam, um die Handlung zu erklären: nämlich die Dar-stellung der Naturphänomene, das ist dem Künstler möglichst ge-lungen. Die Sandhügel der Wüste, in denen der Samum mitseinem tödtlichen Hauche wühlt, die glühende Atmosphäre u. s. w.sind mit herrlicher Technik dargestellt.