Vom Münzwesen.59Gulden gemünzt, die aber seit mehreren Jahren gar nicht mehrgeprägt werden. Nach den Dukatenfuß gehen 67 Dukaten,auf die rauhe Mark, welche 23 Karat, 8 Grän Gold undGrän Silber enthält. Die Mark fein Gold soll nach diesemMünzfuße (Konventionsfuß) zu 283 7/71 Gulden ausgemünztwerden und der Dukat 4 ⅙ Gulden gelten. Die Goldarbeiterverarbeiten meistens Kronengold, welches an Gehalt 18karatigist, und manche goldne Putzwaaren sind nur 6 bis 10karatig.Der äußere gesetzmäßige Werth von einem Friedrichsd'orist 5 Thaler, also hat eine Mark fein Gold nach dieser Münze10.einen Werth von 58 /13 X 5 = 193 11/13 Thalern. DieMark fein Silber wird aber nach dem preußischen Münzgesetzzu 14 Thalern ausgeprägt. Der Werth des Silbers verhältsich demnach zu dem Werthe des Goldes wie 14 zu 193 11/13oder 1822520 oder wie 13 zu 180 = 1 13 11/13. ImHandel gilt jetzt der Friedrichsd'or gegen 5⅔ Thaler, demnachist jetzt dieses Verhältniß des Silbers zum Golde wie 14:3 X 5⅔ = 14 zu 219 9⁄13 oder 182 zu 2856 oder 1zu 15 9/13Beim Ausmünzen der verschiedenen Silber= und Goldmün-zen wird der innere Werth derselben nach dem bestehendenVerhältniß zwischen Silber und Gold bestimmt. Um ChristiGeburt war dies wie 1 zu 10; im Jahr 1500 wie 1 zu 12.Nach der Eroberung von Mexiko und Peru, da weit mehrSilber als Gold von Amerika nach Europa kam, war dies Ver-hältniß 1 zu 16; nach dem Konventionsfuß 1 zu 14; nach demPistolenfuß ist dasselbe, wie eben angemerkt, beinahe 1 zu 16.Das Münzwesen ist von jeher vielen Veränderungen unterworfengewesen. Für uns sind hierin die Veränderungen am wichtigsten,welche die deutschen Münzen betroffen haben. Man merke daherfolgende:a) Zu den Zeiten der Römer hatten die Deutschen keine eigeneMünzen. Erst gegen das neunte Jahrhundert wurden derselben vonden fränkischen Königen geprägt. — Zu Karl des Großen Zeiten,gegen 800, verhielt sich der Werth des Silbers zum Werthe des Goldeswie 1 zu 12. Dieses Verhältniß ergiebt sich aus einer Verordnungvom Kaiser Karl, nach welcher ein Pfund reines Gold um 12 Pfundreines Silber sollte verkauft werden. Münzen dieser Zeit waren dieSolidi und die Denarii, welche zugleich die ältesten deutschen Münzensind. Man hatte goldene und silberne Solidi. Ein goldener Solidus(Schilling) galt 12 silberne (in den alten Urkunden auch Denarii ge-nannt). Außer diesen Münzen zahlte man auch nach Pfunden, indem
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