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Kriegsschauplatz an der Erft und Roer im Sommer 1758 : nebst einer Uebersichtskarte
Entstehung
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40erfahre, heftig nachdrängen werde. Auch hierzu fehlte es nicht ander geeigneten Persönlichkeit. Der preußische General Prinz vonHolstein hatte, nicht minder als der Erbprinz von Braunschweig,bei jeder Gelegenheit Beweise einer ebenso großen Umsicht alspersönlichen Tapferkeit gegeben. Ihm übertrug der Herzog denBefehl der Nachhut und gab ihm zu den 15 preußischen Schwa-dronen Dragoner und Husaren noch das Scheitersche Freicorpsund die Husaren von Luckner, ebenso unternehmende als in jederBeziehung brauchbare Truppen, welche namentlich als Partei-gänger schon Vorzügliches geleistet hatten; die Garnison vonRoermonde unter dem Obersten von Linstow sollte sich ihnen an-schließen.Während dieser Anordnungen war die Feldbäckerei angewiesenworden nach Roermonde zurückzugehen und dort — zum Schein— die Backöfen aufzuschlagen, damit der Feind zu dem Glaubenverleitet werde, die Armee werde noch länger dort stehen bleiben.Gegen Mittag setzte sich dann der Erbprinz mit der Avantgardein Marsch, anfänglich in der Richtung auf Roermonde, wandtesich aber alsdann rechts auf Kaldenkirchen und Wachtendonk, umdort die Niers zu überschreiten, welche an keinem anderen Punkteoberhalb Geldern zu passiren war. Wachtendonk war schon vomFeinde mit einer Abtheilung von etwa 500 Mann besetzt, dieBrücken waren aufgezogen und die Thore dieser früher nichtunbedeutenden Festung geschlossen. Die Spitzen der Avantgardewurden von einem heftigen Feuer empfangen. Ohne sich langezu besinnen stürzte der Erbprinz an der Spitze seiner Grenadierein die Niers und vertrieb die Thorwache mit dem Bajonnett, ehedie Besatzung sich sammeln konnte. Die Brücken wurden nieder-gelassen, das Gros der Avantgarde rückte in die Stadt ein undjagte den Feind zum entgegengesetzten Thore hinaus. Alle Postenwurden besetzt und dem Herzog die Meldung zugeschickt, daß diePassage offen wäre. Zugleich wurden Arbeiter aufgeboten, umdie durch anhaltenden Regen fast ungangbar gewordenen Dämmeund Wege auszubessern.Der Herzog war mit der Armee in einiger Entfernung derAvantgarde gefolgt und traf mit Sonnenuntergang vor Wachten-donk ein. Sämmtliche Bataillone und Escadrons passirten nochvor Einbruch der Nacht die Stadt und ruhten auf dem jenseitigenUfer der Niers aus, bis die Artillerie, die Bagage und auch die