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Kriegsschauplatz an der Erft und Roer im Sommer 1758 : nebst einer Uebersichtskarte
Entstehung
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37Die Diversion, welche der General von Chevert am Rheineausführte, hatte die Lage der Verbündeten noch schwieriger ge-macht. Chevert, einer der thätigsten und geschicktesten französi-schen Generale, war nämlich mit 9 Bataillonen, 4 Escadronsund 12 Geschützen am 30. Juli von Deutz abmarschirt, hatte zwi-schen Deutz und Mülheim den Rhein überschritten und sich aufdem linken Ufer gegen Neuß gewendet. Bei Grimlinghausenkehrte er jedoch auf das rechte Ufer zurück und schloß Düsseldorfein. Als General von Hardenberg die Aufforderung zur Ueber-gabe zurückwies, begnügte sich Chevert damit, die Rheinbrückedurch Flöße und Brander, welche von Benrath abgelassen wurdenzu zerstören und zog den 1. August weiter. Am 2. August, andem Tage, wo Contades auf der Haardter Haide sich dem An-griff des Herzogs entzog, war Chevert in Duisburg, Ein Blickauf die Karte genügt, um die ganze Gefahr, welche dieser Marschfür den Rückzug der Verbündeten über den Rhein hätte habenkönnen, deutlich zu machen. Doch kehren wir zur Hauptarmeezurück.Allgemein war die Ansicht im Lager der Verbündeten verbreitet, daß es am 3. August unfehlbar zur Schlacht kommenwerde. Alle wurden noch in diesem Glauben bestärkt, als derHerzog schon um 3 Uhr Morgens in's Gewehr treten ließ, undsich bald wieder gegen Waldniel in Bewegung setzte. Man bekamzwar heute den Feind zu Gesicht, aber aus allen Bewegungendesselben ging klar hervor, daß Contades abermals der Schlachtausweichen wolle. Der letzte auf den Brodwagen mitgeführteLebensmittel = Vorrath der Verbündeten auf drei Tage war amAbend des 2. August ausgegeben worden; neue Zufuhren warennicht mehr zu erwarten, da die feindlichen Parteigänger schon dasganze Land an der Niers durchstreiften; wegen einer plötzlicheingetretenen Ueberschwemmung des Rheines war die Brücke beiRees ungangbar geworden und jede Communication mit GeneralImhoff unterbrochen. Da änderte der Herzog Ferdinandseinen Entschluß, einen Feind, der sich augenscheinlich nicht schlagenwollte, zur Schlacht zu zwingen, und traf um 8 Uhr Morgensdie nöthigen Anordnungen, um sich durch einen Gewaltmarschdem Bereich des Feindes zu entziehen; er befahl den Rückzugnach dem Rheine.