30Stadt Roermonde wieder zu bemächtigen*), und zwischen dieserStadt und Jülich die Roer zu passiren, um den Feind zum Rückzuge von Caster nach Cöln zu zwingen und seine Diversion gegendie Maas nutzlos zu machen. Es könnte dies eine zweite Schlachtherbeiführen, allein ich halte es für besser sie zuwagen als wieder zurückzugehen. Ich werde mich dienächste Nacht in Bewegung setzen; überhole ich den Feind, vondem ich nicht weit und nur durch die Erft getrennt bin, nur umeinen einzigen Marsch, so glaube ich hierdurch schon viel gewonnenzu haben. Die englische Verstärkung wird sobald noch nicht ankommen können, die Dauer der Ueberfahrt über das Meer isthöchst ungewiß und der Marsch von Emden hierhin etwas weit.Ist dieselbe jedoch eingetroffen, so wird die große Ungleichheit derStreitkräfte dem Feinde gegenüber verschwinden und ich in denStand gesetzt sein weiter vorzudringen.“Ein späteres Schreiben an Lord Holdernesse vom 28. Julienthält noch einige Angaben über diesen Gegenstand. Nachdemdie Besorgniß ausgesprochen ist, daß das französische Corps ander Maas sich über Geldern gegen Rees wenden möge, heißt esdarin: „Ich glaubte irgend eine Maßregel ergreifen zu müssen,um den Feind zum Aufgeben seiner Position zu veranlassen,damit, wenn es wirklich zu einer zweiten Schlacht kommen sollte,ich diese mit weniger Gefahr liefern könnte, als wenn ich den-selben in seinem Lager bei Frauweiler angreifen würde; zugleichwollte ich ihn auch der Vortheile berauben, die ihm diese Stel-lung verschaffte. Das einzige Mittel um diesen Zweck zu erreichen,schien mir in der Annäherung an die Maas zu liegen.Dem einmal gefaßten Plan folgte die Ausführung auf demFuße nach. Noch am 23. Juli Abends marschirte der Oberst vonLinstow mit 200 Grenadieren und 200 Pferden nebst den unter-nehmenden Luckner'schen Husaren aus dem Lager ab gegen Roer-monde. Die Franzosen räumten die Stadt bei dessen Annäherungam folgenden Tage. Am 24. Juli um 10 Uhr Abends ließ derHerzog Ferdinand die ganze Armee in's Gewehr treten, und*) Die bei der ersten Expedition des Erbprinzen in Roermonde unterdem Obersten Ramdohr zurückgelassene schwache Besatzung hatte nämlich beider Annäherung des französischen Corps am 17. Juli den Platz wiedergeräumt, der sogleich von den Franzosen besetzt wurde.
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Kriegsschauplatz an der Erft und Roer im Sommer 1758 : nebst einer Uebersichtskarte
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