26die Gegend der Kanonikenhöfe (an der jetzigen Gladbacher Eisen-bahn), der linke Flügel blieb in der Nähe von Kloster Gnaden-thal, wo General von Wangenheim auch ferner mit der Beob-achtung und Vertheidigung des hinter demselben gelegenen Ueberganges betraut ward. Zur Deckung der Front wurden starkePosten vorgeschoben, und zur Deckung der Flügel außerdem nochrechts nach Büttgen und vor dem linken Flügel nach GrefrathAbtheilungen von je 150 Mann Infanterie entsendet, welche sichin den genannten Dörfern festsetzten.Eine Rekognoscirung ließ den Herzog erkennen, daß derfeindliche Posten so nahe bei Pfaffenmütz und der Besitz desdortigen Ueberganges in Feindeshand, den Franzosen Gelegenheitbiete, dort während der Nacht unbemerkt über die Erft gehenund das Lager angreifen zu können. Deshalb wurde angeordnet,daß noch in der Nacht vom 16. zum 17. der Versuch gemachtwerden solle, diesen Uebergang wieder zu gewinnen. Dem Erb-prinzen übertrug er die Ausführung dieses Vorhabens und konntesomit im Voraus schon fast des glücklichen Erfolges versichertsein. Mit 2 Bataillonen vom braunschweigischen Leibregiment,einem Bataillon des braunschweigischen Regiments Zastrow unddem hannoverschen Bataillon Spörken nebst 4 Escadrons deshannoverschen Reiterregimentes Breidenbach und 150 Jägernbrach der Erbprinz aus dem Lager auf und traf mit Tagesan-bruch an der Erft ein, stürzte sich sogleich auf den Feind undnach nur 10 Minuten des Kampfes war derselbe geworfen. Nureinen Offizier (den Lieutenant von Vitzthum vom braunschweigischen Leibregiment) nebst 4 Mann an Todten und 15 Verwundetehatte der Sieg gekostet: die Franzosen ließen einen Capitain nebsteinigen Mann todt und 20 Mann verwundet auf dem Platze.“Sogleich ließ der Erbprinz vor der Brücke einen kleinen Brücken-kopf aufwerfen, den die Jäger besetzten. Die französische Armeein ihrem Lager bei Frauweiler hatte auch nicht die mindeste Be-wegung gemacht, um ihrem so weit vorgeschobenen Posten zuHülfe zu kommen.Am folgenden Tage, 18. Juli, brachten Kundschafter die*) In dem zu Mühlrath auf dem rechten Ufer unweit der Brücke gele-genen Hause hat sich in der Familie des damaligen Besitzers noch die Tra-dition von diesem Gefecht erhalten, und es soll ein vornehmer französischerOffizier gewesen sein, welcher dort gestorben ist.
Druckschrift
Kriegsschauplatz an der Erft und Roer im Sommer 1758 : nebst einer Uebersichtskarte
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