24Die Franzosen hatten inzwischen die erwähnten wichtigenHöhen gegenüber von Caster schon besetzt noch ehe der Prinzvon Holstein trotz eines scharfen Rittes von 1½ Meilen siemit der Cavallerie erreichen konnte. Die Stellung, welche sie aufdem Plateau eingenommen hatten, war eine so vortheilhafte, daßvon Caster aus nichts dagegen zu unternehmen war. Die Avant-garde schloß sich deshalb der Armee wieder an, welche sie auf demrechten Ufer der Erft in Stellung fand, mit dem rechten Flügelan Grevenbroich, mit dem linken bei Haus Luesch, unweit Ram-rath an der Gyllbach. Die Franzosen hatten sich auf dem aus-gedehnten Plateau zwischen Neurath und Rommerskirchen ebenfalls in Schlachtordnung aufgestellt, ihren linken Flügel an dieErft, den rechten an den Gyllbach anlehnend. Das Hauptquartierdes Marquis von Contades war in Frauweiler.Herzog Ferdinand, der die Stellung des Feindes aus derFerne recognoscirt hatte, kam zu der Einsicht, daß er gegen dieüberlegene Macht nichts ausrichten könne, welche noch dazu sovortheilhaft postirt war. Nur 34 Bataillone und 55 Escadronsder Verbündeten waren bei Grevenbroich vereinigt, da die Be-satzung von Düsseldorf 3 Bataillone absorbirt hatte und nochweiter zurück 2 Bataillone und 1 Escadron bei Moers und Rhein-berg, 4 Bataillone und 3 Escadrons unter General Imhoff beiRees standen; die Stärke wird auf kaum 30,000 Mann ange-geben. Gegenüber, in vortheilhafter Stellung, stand Contadesmit etwa 50,000 Mann. Es wäre Tollkühnheit gewesen, hiereinen directen Angriff zu wagen, zumal da die Flügel gedecktwaren. So standen denn beide Heere am 14. Juli den ganzenTag lang sich beobachtend gegenüber, die zur rangirten Schlachtganz geeignete weite Ebene zwischen sich, jedes des Angriffs desGegners gewärtig. Ein Zusammenstoß schien unvermeidlich, dochverging der Tag unter Dispositionen und einzelnen Veränderungender Stellung auf beiden Seiten, ohne daß ein Angriff erfolgte,den man jedenfalls am folgenden Tage erwartete.*) v. Knesebeck in der Schrift: „Herzog Ferdinand v. Braunschw.=Lüne-burg während des 7jähr. Krieges“ hat die Original=Correspondenzen benutztund den Namen „Trouwiller“ gelesen, mit dem Bemerken, daß er den Ortauf der Karte nicht gefunden habe. Es ist Frauweiler, ½ Meile südöstlichvon Caster auf dem rechten Erftufer. (In einigen Exemplaren der beigegebenenUebersichtskarte ist aus Versehen Brauweiler gedruckt).
Druckschrift
Kriegsschauplatz an der Erft und Roer im Sommer 1758 : nebst einer Uebersichtskarte
Entstehung
Seite
24
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