14prinz versäumte keinen Augenblick diese günstige Lage auszubeutenindem er sogleich zur Ausschreibung großer Contributionen inden österreichischen Niederlanden schritt. Anfangs hatte man denKrieg zwischen England und Frankreich als einen besonderenvon dem Kriege zwischen Preußen und Oesterreich getrennten Aktdes großen Krieges betrachtet, und in Folge dieser Auffassunghatte Herzog Ferdinand, als Befehlshaber eines von Englandbesoldeten Heeres, die Länder Maria Theresia's respectirt.Neuerdings aber war er von dem Könige Georg ermächtigtworden, auch diese Länder als Feindesland anzusehen und sie zuden Contributionen heranzuziehen. In Betreff der kurkölnischenund kurpfälzischen Gebiete war der Herzog weniger gewissenhaftgewesen, da ihm schon unter dem 4. April König Friedrichgeschrieben: „Demnächst bitte ich Ew. Durchl. sich dessen zu erin-nern, was ich Ihnen hinsichtlich meiner Dragoner und Husarengesagt habe, nämlich, daß wenn Sie noch weiter vorgerückt sind,Sie meine Leute in die Provinzen Berg, die Grafschaft West-phalen und andere Länder der Kurfürsten von Köln und von derPfalz, so wie auch in die Münsterschen Provinzen entsenden, umjene Fürsten etwas mitzunehmen, welche mit äußerstem Undankgegen mich gehandelt 2c.In Roermonde blieb nur eine kleine Besatzung unter demhannoverschen Oberstlieutenant Ramdohr, der Rest der Abtheilungnahm Stellung aufwärts der Roer, zwischen Roermonde undWassenberg. Die Expedition nach den Niederlanden wurde demObersten von Collignon und dem Major von Jeanneret von denpreußischen gelben Husaren anvertraut und ihnen dazu 800 Dra-goner und Husaren überwiesen. Collignon besetzte Tirlemont,ging den 4. Juli nach Löwen und ließ bis gegen Mecheln seineStreifparteien schwärmen. Der ganze Landstrich zwischen Maasund Dyle, ja selbst noch weiter bis zur Schelde, wurde dadurchin nicht geringen Allarm versetzt. Lüttich schickte Abgeordnete, umsich wegen der Contributionen zu verständigen; Brüssel schwebtein größter Besorgniß. Auf Befehl des französischen Kriegs-ministers eilte der General Marquis von Castries nach Lüttich,sammelte dort aus der Besatzung von Roermonde und aus Ab-theilungen der Garnisonen von Lille, Dünkirchen 2c. eiligst einCorps zur Deckung der Maas und der französischen Grenze,welche man schon ernstlich gefährdet glaubte. Ja selbst Ant-
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Kriegsschauplatz an der Erft und Roer im Sommer 1758 : nebst einer Uebersichtskarte
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