139rung, den 15. Mai 1152, ſeinen Geiſt aushauchte,stimmten sie den Antiphon Subvenite an, worin sie dieEngel und Heiligen baten, die Seele des Scheidenden inAbrahams Schooß zu tragen.Ruhe herrschte in der Sterbekammer, Adolph lagüber dem Leichnam seines vielgeliebten Bruders undwünschte, mit ihm zu sterben. Da traten zwei Möncheein, welche die Leiche wuschen und sie im Ordenskleideund mit unbedecktem Antlitze in die Kapelle trugen, woAdolph und noch ein Ordensmann bei ihm wachten biszur Stunde der Beerdigung.Nachdem die Genossenschaft das Offizium dem Ver-storbenen gesungen, wurde das Antlitz des Todten mitder Kapuze bedeckt, vier Ordensleute erfaßten die Leicheund trugen sie zur Gruft. Kein Sarg ward ihm, weildas Gelübde der Armuth und der Demuth diesen Luxusverbot; in seiner Kutte, welche die Stelle der Leichen-tücher vertrat, senkte man ihn in die Gruft.Mit froher Erwartung harrte nun Adolph des Zeichens,das ihm sein Bruder senden werde. Nicht lange sollte er war-ten: auf seinem Chorsitze fand er im October desselbenJahres eine weiße Rose, das Wappen der Grafen von Berwelche ihm die Stunde der Scheidung ankündigte. MitFreudigkeit machte er sich alsbald zum Sterben bereit
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Adolph und Eberhard, die ersten Grafen von Berge : historische Erzählung aus dem zwölften Jahrhundert
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139
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