126Jetzt wandte Bernhard sich nach Deutschland, umauch dort das Kreuz zu predigen. Abt Berno zu Alten-berg war sein treuer Freund und zu diesem kam er jetzt(1146), damit er ihm beistehe in seinem heiligen Werkeund ihm als Gehülfe zur Seite sei. Seine strengeLebensweise, seine einsamen Studien, seine ergreifendeBeredsamkeit und seine freimüthige Sprache hatten ihmden Ruf eines Propheten gegeben und ganz Europahörte auf diesen Mann, den man den honigfließendenLehrer nannte, wie die Griechen auf ihre Orakellauschten.Er zog mit seinem Gehülfen Berno durch Deutsch-land und riß alle Gemüther mit sich fort, doch KaiserKonrad, mit den Angelegenheiten seines eigenen Reichesbeschäftigt, suchte ihm auszuweichen. Aber der unermüd-liche Prediger eilte ihm bis Speier nach und sprachvor den Fürsten und Prälaten mit donnernder Bered-samkeit; besonders wandte er sich an den Kaiser undsprach: Wie wirst du einst am jüngsten Tage Rechenschaftgeben können von der Erfüllung deiner Pflicht? Dieseund andere Worte drangen in des Kaisers Herz wieglühende Pfeile und er war dem Werke gewonnen.Gerührt erhob er sich vom Throne und sprach: „Ja,
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Adolph und Eberhard, die ersten Grafen von Berge : historische Erzählung aus dem zwölften Jahrhundert
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126
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